Weltreiterverband verhängt vorläufige Sperre über UAE-Tierarzt

(© Distanzweltmeister Hamdan Bin Mohd Al Maktoum reitet für die Vereinigten Arabischen Emirate)

Der Chef der veterinärmedizinischen Abteilung in der Reiterlichen Vereinigung der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE), Dr. Hallvard Sommerseth, wurde wegen nicht regelkonformem Verhaltens vorläufig als FEI-Offizieller gesperrt.

Hintergrund der Aktion ist neben Regelverstößen die Verwicklung in die Angelegenheit mit den gefälschten Ergebnissen von Distanzqualifikationsrennen (St.GEORG berichtete). Die Sperre ist vorläufig und gilt für eine unbestimmte Zeit. Sie bedeutet, dass Sommerseth weder bei FEI Turnieren noch bei anderen Events irgendeiner Nationalen Vereinigung teilnehmen oder involviert werden darf.

Wörtlich heißt es im Statement der FEI: Die Sperre ist das Ergebnis von Dr. Sommerseths dauerhaftem Versagen über mehrere Jahre, die FEI Regeln und Vorgaben einzuhalten. Die FEI Generalsekretärin erklärte, dass Dr. Sommerseth es in Zeitraum von drei Jahren, von April 2012 bis Februar 2014, versäumt hat, als FEI-Vertreter die Einhaltung der FEI Regeln und Vorgaben zu überwachen. Indem er zugelassen hat, dass Turniere ohne ein genaues Zeitmesssystem stattfinden konnten, ist er seiner Verantwortung als Technischer Delegierter nicht nachgekommen und sein Versäumnis hat dazu beigetragen, dass der FEI doppelte Resultate übermittelt werden konnten. Zusätzlich zu seiner Rolle als Technischer Delegierter war Sommerseth auch Mitglied der Richterschaft bei einigen der Turniere.

Die Sperre basiert auf den Ermittlungsergebnissen, zu der die „Equestrian Community Integrity Unit“ gekommen ist, die von der FEI-Generalsekretärin vor einigen Monaten beauftragt worden war, die Angelegenheit mit den gefälschten Ergebnissen bei Distanzrennen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu untersuchen. Diese Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass bei diesen Turnieren keine Zeitmessungen stattgefunden haben und dass keine exakten Zeiten von jedem Teilnehmer in den einzelnen Phasen genommen wurde, wie es laut FEI Reglement hätte geschehen müssen. Die Zeiten, die man der FEI übermittelt hat, waren stattdessen von anderen Turnieren kopiert worden.

Das ist insofern besonders interessant, als da es zu Anfang immer geheißen hatte, diese Rennen, die als Qualifikationen für schwierigere Turniere gedacht waren, seien gar nicht ausgetragen worden. Seit 1998 war Sommerseth in verschiedenen Positionen für die FEI tätig, hat unter anderem auch bei Dressur- und Springturnieren als Chefveterinär Dienst getan.

Er hat nun 30 Tage Zeit, die Entscheidung der FEI anzufechten. Auch die Reiter, die die gefälschten Resultate genutzt haben, um sich damit für weitere Turniere zu qualifizieren, sind ebenfalls bereits disqualifiziert worden und werden es noch.

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