WM-Sichtung Voltigieren: Janika Derks und Thomas Brüsewitz überzeugen

20190419 FEI VAULTING WORLD CUP FINAL – SAUMUR 2019

Janika Derks, hier beim Weltcup-Finale 2019. (© FEI)

Nach 16 Monaten Turnierpause durften auch die Voltigierer ins Wettkampfgeschehen zurückkehren. In Warendorf fand eine Sichtung für die Weltmeisterschaften statt, die Ende August in Budapest ausgetragen werden. In toller Form präsentierten sich unter anderem Janika Derks und Thomas Brüsewitz.

Endlich ging es auch für die Voltigierer wieder los! Die Corona-Pandemie hatte den Sport besonders hart getroffen, über ein Jahr mussten alle Veranstaltungen ausfallen. Umso größer war die Vorfreude auf die erste WM-Sichtung in Warendorf am vergangenen Wochenende. Bis zum Championat müssen die Voltigierer drei Qualifikations-Turniere vor einem internationalen Richtergremium absolvieren.

Damen

In der Konkurrenz der Damen ging der Gesamtsieg an Janika Derks, die Vize-Weltmeisterin von Tryon 2018. Unterstützt wurde sie von Barbara Rosiny an der Longe von Dark Beluga. Nach Pflicht, Technikprogramm und Kür kam Janika Derks auf 8,135 Punkte. Die 31-jährige Physiotherapeutin entschied zwei der drei Umläufe für sich, lediglich in der Kür musste sie Alina Voß den Vortritt lassen. Dabei war es gerade die Kür, mit der Janika Derks für Aufsehen sorgte: Erstmals zeigte sie einen frei gesprungenen Rückwärtssalto.

Aber auch die in der Gesamtwertung zweitplatzierte Alina Roß, mit 20 Jahren die jüngste Teilnehmerin, konnte mit Höchstschwierigkeiten punkten. So gelang ihr in ihrer siegreichen Kür ein frei gesprungener Flick-Flack auf dem Rücken von San Zero, den ihr Vater Volker Roß longierte. Insgesamt kam die angehende Polizistin aus Mecklenburg-Vorpommern auf 7,919 Punkte. Dritte wurde Pauline Riedl mit 7,489 Punkte, die erstmals mit Longenführer Maik Husmann und ihrem Pferd William antrat.

Herren

Den Sieg bei den Herren holte Thomas Brüsewitz, Bronzemedaillengewinner der WM in Tryon. Dem 27-Jährigen gelang quasi ein Start-Ziel-Sieg, bei dem er eine Gesamtwertnote von 8,471 Punkten erhielt. Er turnte auf dem KWPN-Wallach Eyecatcher, den Alexandra Knauf longierte. Für seine Kür schlüpfte Thomas Brüsewitz in die Rolle des Severus Snape aus Harry Potter – zauberhaft!

Zweiter wurde Jannis Drewell mit 8,12 Punkten, der sich mit Qualimero und seiner Mutter Simone Drewell an der Longe präsentierte. Nach der Pflicht hatte sich der 29-Jährige zunächst mit Rang vier begnügen müssen, konnte sich dann aber noch weiter nach vorne arbeiten. In Warendorf turnte der Weltcup-Sieger zum ersten Mal seine neue Kür zu den Klängen von Bon Jovi. Auf Rang drei landete Victor Brüsewitz mit Pferd Sky Walker und Longenführerin Gesa Bühring.

Pas-de-Deux

Sieg Nummer zwei konnte Janika Derks im Pas-de-Deux mit Johannes Kay feiern. Während im ersten Umlauf noch Justin van Gerven und Chiara Congia die Nase vorn hatten, konnte sich das Duo schlussendlich mit 8,757 Punkten knapp durchsetzen. Die EM-Zweiten von 2019 ging mit dem Oldenburger Humphrey Bogart und Longenführerin Nina Vorberg an den Start. Nur 0,013 Punkte weniger sammelten Justin van Gerven und Chiara Congia auf dem Rücken von Highlight mit Longenführerin Alexandra Knauf – 8,744 Zähler bedeuteten am Ende Platz zwei.

Aus Berlin-Brandenburg war das Duo auf Rang drei angereist: Diana Harwardt und Peter Künne, beide erst 20 Jahre alt. Die Vize-Europameister der Junioren kamen mit ihrem 17-jährigen Sir Laulau und Longenführer Hendrik Falk auf 8,564 Punkte. „Im Pas-de-Deux haben wir ein eindrucksvolles Luxusproblem“, fasste Bundestrainerin Ulla Ramge zusammen. „Es ist einfach ein Traum. Drei Pas-de-Deux mit einer Wertung von über 8,5 Punkten. Dabei war aus meiner Sicht eines schöner als das andere.“

Ramge betonte auch, wie wichtig es für die Voltigierer war wieder Turnierluft zu schnuppern: „Es wurde höchste Zeit und es macht ganz klar noch einmal einen entscheidenden Unterschied. Alle haben gespürt, dass es in diesem Moment wieder zählte. Das war für viele Athleten nochmal eine ganz andere Situation im Vergleich zu Wettkampfdurchgängen im Training. Das Gefühl, dass endlich wieder ein echtes Turner stattfindet, kam nach meinem Empfinden voll durch und zum Tragen.“

Einen Teamwettbewerb gab es in Warendorf nicht, weil alle drei Bundeskader-Mannschaften – der RV Fredenbeck, das Team NORKA des VV Köln-Dünnwald sowie der VV Ingelsberg – aus unterschiedlichen Gründen nicht antreten konnten.

Quelle: fn-press