Pferd statt Rind – neuer Fleischskandal in Großbritannien

Dass in Fertigburgern der Supermarktkette Tesco Anteile von Pferdefleish enthalten sind, wurde vor wenigen Wochen bekannt. Nun hat man Fertiglasagnen überprüft und bis zu 100 Prozent Pferdefleisch darin gefunden.

Lasagnen der Marke Findus sollten laut Deklaration Rindfleisch enthalten, waren aber tatsächlich aus Pferdefleisch. Verbraucher wundern sich, wie so etwas passieren konnte. Als Selbiges Mitte Januar bei Fertigburgern der Supermarktkette Tesco bekannt wurde, machte man den polnischen Zulieferer verantwortlich. Die Chefin der Lebensmittelaufsicht, Catherine Brown, räumt ein, dass die Aufsichtsmaßnahmen nicht gegriffen haben. „Das ist eine erschreckende Situation. Die zwei Fälle von Vermischung mit Pferdefleisch zeigen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es sich hier um kriminelle und betrügerische Aktivitäten handelt. Es gibt Vorkehrungen, um sicher zu stellen, dass der Inhalt der Packungen mit der Auszeichnung übereinstimmt. Aber diese Vorkehrungen haben in diesen beiden Fällen versagt.“

Die Hersteller haben bereits reagiert. Seither wird vermehrt getestet. Beide Produkte seien zurückgezogen worden, sagt Andrew Rhodes von der Lebensmittelüberwachungsbehörde FSA. Der Hersteller habe kooperiert und genau das Richtige getan. „Wir testen nun selbst viele Rindfleischprodukte und haben die Produzenten aufgefordert, selbst ihre Fertigprodukte zu überprüfen – damit da nichts drin ist, was nicht hineingehört.“

Eine gesundheitliche Gefahr gehe aber nicht aus von den falsch deklarierten Produkten. Dennoch wird das Fleisch auf Medikamentenspuren überprüft, denn das bei Pferden häufig verwendete (und bekanntlich auch bei ihnen potenziell mit Magenproblemen einhergehende) Phenylbutazon ist für Menschen gefährlich.

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