550-Kilometer-Ritt für ein Versprechen

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550 Kilometer, um den Enkel von der Schule abzuholen – so der Plan eines Rentners aus Mittelfranken.

Der 62-jährige Hans Watzl aus Abenberg in Mittelfranken hat seinem Enkel versprochen ihn mit dem Pferd aus der Schule abzuholen. Dafür nimmt er mit seinen zwei Pferden die 550 Kilometer lange Reise nach Münster auf sich.

Vor einer Woche gestartet, will der studierte Maschinenbauingenieur am 2. Oktober vor der Bodelschwinghschule in Münster stehen um seinen achtjährigen Enkel Hannes und seine sechsjährige Enkelin Esther abholen. „Opa, das ist cool“, sagte sein Enkel zu dem Vorhaben.

Das Interesse für das Wanderreiten kommt aber nicht von ungefähr. Watzl hat bereits mehrere Wanderritte absolviert, darunter einen neuntägigen Stafetten-Ritt quer durch Tschechien, aber dieser Ritt wird sein bisher längster sein.

Seit Januar plant er die Route, die er mit Hilfe seiner zwei Isländer bewältigen will.

Die achtjährige Stute „Fluga“ und der sechsjährige Wallach „Solfari“ stammen aus eigener Zucht und auch sie wurden seit April auf die Reise hin trainiert, u.a. im Straßenverkehr. „Die Pferde sind gelassen. Man muss es ihnen halt beibringen, dann macht es ihnen nichts aus.“

35 Kilometer täglich

In 23 Reittagen will Hans Watzl bis zu 35 Kilometer täglich zurücklegen, an jedem sechsten Tag macht er Pause. Abwechselnd tragen die Pferde Gepäck oder Reiter.

Übernachten werden er und seine Pferde auf Reiterhöfen und Wanderreitstationen, aber „zuerst muss das Pferd einen Platz haben“, betont er.

Der Wanderreiter ist dieses Mal alleine unterwegs, Karte, Kompass und GPS-Gerät helfen ihm bei der Orientierung. Bisher lief alles nach Plan, sogar das Wetter spielte weitgehend mit, gerade überquerte er im unterfränkischen Karstadt den Main.

„Die Pferde sind mein Kindertraum“, sagte Watzl. Da er seit Januar in Altersteilzeit ist, hat er nun genügend Zeit für seine Vierbeiner und um das Versprechen an seinen Enkel zu erfüllen.

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