Ann-Kathrin Lindner vor Umzug auf Reitanlage und Grand Prix-Debüt mit Sunfire

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Ann-Kathrin Lindner und Sunfire haben auch 2020 die U25 Tour in Balve gewonnen. (© von Korff)

Im Interview mit Dressursport Deutschland hat die U25-Europameisterin Ann-Kathrin Lindner mit viel Freude, aber auch ein wenig Wehmut erzählt, dass sie sich ab Ende dieses Monats ganz auf den Reitsport konzentrieren wird. Außerdem berichtet sie über den bevorstehenden ersten Grand Prix mit Sunfire.

Bisher hatte das Paar auf dem Niveau nur einen Kurz-Grand Prix bestritten, aber im Piaff-Förderpreis-Finale in knapp zwei Wochen feiert das erfolgsverwöhnte Paar dann seine Grand Prix-Premiere. Darüber hat das Onlineportal Dressursport Deutschland mit der U25-Europameisterin gesprochen und dabei auch gleich noch eine weitere Neuigkeit erfahren.

„Gespannt, wie Sunfire das machen wird“

Zunächst mal ging es im Interview aber um den Hünen, Lindners Erfolgspferd FBW Sunfire, der sie dieses Jahr zum Titel bei den U25-Europameisterschaften trug und nun in wenigen Tagen seinen ersten Grand Prix gehen wird. Bereits in Balve, der letzten Etappe der Piaff-Förderpreis-Serie konnte man sehen, dass das Paar Lindner/Sunfire das Zeug für ganz oben hat. Sie hatten diese Prüfung im September souverän für sich entscheiden können.

Nun also der erste richtige Grand Prix – allerdings nicht in Frankfurt, sondern auf dem Schafhof. Und das auch nicht mit der moralischen Unterstützung ihrer Eltern, die sonst „immer dabei“ sind, sondern nur mit ihrem Trainer Karl-Heinz Streng. Das liegt an den Corona-Regeln. Es darf nur eine Person mit aufs Gelände, und somit wird Ann-Kathrin Lindners Vater sie zwar hinfahren, aber ansonsten „draußen bleiben“. All diese Hürden können Ann-Kathrin Lindner die Vorfreude auf das Turnier jedoch nicht verderben: „Ich freue mich trotzdem darauf und bin wirklich gespannt, wie Sunfire das machen wird.“

Für die bestmögliche Vorbereitung wird die Amazone, die wir für eine Reportage in der November-Ausgabe 2020 besuchten, in den kommenden Tagen nochmal in Warendorf trainieren. Auf dem Vorbereitungslehrgang werde sie vielleicht den Grand Prix mal durchreiten, schließlich ist Sunfire erst seit dem letzten Jahr in S***-Prüfungen unterwegs gewesen, und selbst das lediglich fünf Mal. Dennoch versucht sie es entspannt anzugehen, ging doch Bianca Nowag 2019 mit ähnlichen Voraussetzungen im Finale des Piaff-Förderpreises an den Start und konnte in Stuttgart dennoch gewinnen.

Vor allem die Zick-Zack-Traversalen findet Lindner fast ein bisschen „gemein“ für ihren großrahmigen Sunfire. Der elfjährige San Amour-Sohn brauche in diesem Abschnitt der Aufgabe besonders viel Unterstützung durch Lindner, sie muss sich „einmal richtig auf den Hintern setzen, damit das klappt“, sagte die 24-Jährige Dressursport Deutschland.

„Ich freue mich wirklich sehr auf diese neue Zeit!“

Ein neuer Abschnitt beginnt für Ann-Kathrin Lindner aber nicht nur was das Niveau der Dressurprüfungen im Sattel ihres San Amour-Sohnes Sunfire angeht. Sie wird mit dem ablaufenden Jahr ihren Beruf der Physiotherapeutin vorerst an den Nagel hängen. „Das liegt mir schwer im Magen“, so die Europameisterin im Interview, aber die Stallsuche hat ein Ende, und so steht der Umzug auf die Reitanlage von Jürgen Kurz in Leingarten bevor, nur wenige Kilometer von ihrer Heimat Heilbronn entfernt. Auch ihr Bruder, der im Springsattel beheimatet ist, werde mit Ann-Kathrin Lindner dorthin umziehen.

„Insgesamt haben wir 25 Boxen zur Verfügung, so dass für mich etwa zehn Boxen für Berittpferde bleiben. Das ist, denke ich, eine super Zahl, so dass ich mich wirklich um jedes Pferd sehr intensiv und individuell selbst kümmern kann“, sagte die 24-Jährige. Den Vorteil auf der neuen Anlage besteht laut Lindner vor allem darin, dass sie neben dem Platz für zehn Berittpferde auch optimale Trainingsmöglichkeiten vorfindet, um vermehrt Reitunterricht geben zu können: „Ich freue mich wirklich sehr auf diese neue Zeit!“

Quelle: Dressursport Deutschland