Auch Kreis Warendorf im Lockdown

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Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch bei Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen, wird das öffentliche Leben in zwei Landkreisen wieder massiv eingeschränkt. Erst heute Nachmittag wurde bekannt: Der Lockdown gilt auch für die Pferdestadt Warendorf!

Die öffentlichen Behörden haben sich dazu entschlossen, ab sofort einen Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf zu verhängen. Grund dafür ist die hohe Zahl der Corona-Infizierten unter den Mitarbeitern des Tönnies-Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück im Osten von Nordrhein-Westfalen. Bis dato wären 1533 von 6140 Tönnies-Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet worden, dazu kämen weitere Infektionen im familiären Umfeld, so schreibt die Welt.

Warendorf, „Pferdestadt“ und Sitz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), liegt nur etwa 30 Kilometer von Rheda-Wiedenbrück entfernt. Es ist das erste Mal seit den Lockerungen, dass man in Deutschland wieder zu den Kontaktbeschränkungen wie im März zurückkehrt. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 30. Juni, eine Verlängerung sei laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann allerdings denkbar.

Was ist verboten?

Wer nicht aus einer Familie kommt oder in einem gemeinsamen Haushalt lebt, darf sich maximal zu zweit in der Öffentlichkeit aufhalten. Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen sind verboten. Fitnessstudios, Bars und Kinos bleiben zu. Ab Donnerstag werden zudem Kitas und Schulen im Kreis Warendorf geschlossen, im Kreis Gütersloh sind sie es bereits. Die Schließungen betreffen auch Galerien, Schlösser, Burgen, Saunen und Museen. Für Restaurants gelten die Kontaktbeschränkungen, Geschäfte dürfen unter strengen Hygieneregeln öffnen. Versammlungen sind generell untersagt.

Parallel will man die Tests in der Bevölkerung ausweiten, unter anderem sollen alle Bewohner von Alten- und Pflegeheimen getestet werden. Ein generelles „Ausreisverbot“ gelte nicht, allerdings appellierte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet „jetzt nicht aus dem Kreis heraus in andere Kreise zu fahren“ und kündigte Kontrollen an. Besonders im Kreis Warendorf sind auch viele Reiter beheimatet, am Wochenende soll eine Qualifikation zum Finale des Piaff-Förderpreises am Bundestützpunkt stattfinden. Die FN hat sich zu den neuen Einschränkungen bisher noch nicht zu Wort gemeldet.

Das Westfälische Pferdestammbuch musste bereits die für morgen geplante Stutenschau in Steinhagen sowie die Stuten- und Fohlenschauen in Bedburg, Grafenrheinfeld und Warendorf absagen.

Quelle: www.welt.de