Brian Moggres Balou du Reventon ist US-Pferd des Jahres

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Brian Moggre und Balou du Reventon nach einer ihrer zwei Nullrunden im Nationenpreis von Aachen 2021. (© www.toffi-images.de)

Brian Moggre und Balou du Reventon haben 2021 die Herzen aller Beteiligten im Sturm erobert bei ihrem ersten CHIO Aachen-Auftritt. Offenbar nicht nur dort, denn nun wurde der 16-jährige Hengst zum US-Pferd des Jahres gewählt.

Vor wenigen Tagen war Laura Kraut schon zur US-Reiterin des Jahres gewählt worden. Brian Moggre hatte auch zur Wahl gestanden, konnte sich dann aber gegen seine Trainerin nicht durchsetzen. Aber der 20-Jährige hat ja noch ein paar Jahre Zeit, es zu versuchen.

Sein bestes Pferd hingegen, der 16-jährige OS-Hengst Balou du Reventon v. Cornet Obolensky, hatte USEF-Wahl für sich entscheiden können. Im September 2020 hatte Besitzerin Ann Thompson beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Iren Darragh Kenny zu beenden und ihre besten Pferde anderen Reitern zu geben. Moggre war der Glückliche, der Balou in den Stall bekam.

Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. In Wellington wurden die beiden erstmals für ein Nationenpreis-Team nominiert und mit einer Null- und einer Vier-Fehler-Runde trugen der damals ja gerade erst 19-Jährige und sein Hengst zum Sieg der Mannschaft bei. Im Frühjahr zog es sie dann nach Europa, für Moggre das erste Mal, dass die hiesigen Traditionsplätze kennenlernte. Und das Paar lehrte die etablierten Reiter das Fürchten.

Bereits bei ihrem ersten Turnier, dem CSI5* in Grimaud, wurden sie Vierte im Großen Preis. Beim Nationenpreisturnier in Sopot kamen sie wieder mit null und vier Fehlern aus dem Parcours. Während es für die Mannschaft diesmal nur für Rang neun reichte, sorgten Moggre und Balou für eine kleine Sensation, als sie den Großen Preis gewannen. Danach waren sie noch Neunte im CSI5*-Grand Prix von Windsor, Achte in Brüssel und schließlich kam der CHIO Aachen, das Saison-Highlight für die beiden, denn für die Olympischen Spiele waren sie „nur“ Reservisten.

Man hat häufiger den Eindruck, Reiter in Pressekonferenzen denken, man erwarte, dass sie einem erzählen, wie sehr ihre Pferde für sie gekämpft haben. Aber bei Balou und Brian Moggre konnte man in Aachen genau das beobachten. Selbst wenn es mal nicht ideal passte, Balou machte alles möglich. Während des gesamten Turniers leisteten die beiden sich nicht einen Springfehler und trugen so maßgeblich zum ersten US-Sieg in einem Aachener Nationenpreis seit 2005 bei. Danach wurden sie noch sensationell Zweite im Rolex Grand Prix. Moggre hatte Tränen in den Augen und fiel seinem Pferd nach der Ziellinie voller Dankbarkeit um den Hals. Dafür feierte das Aachener Publikum ihn beinahe ebenso wie den Sieger Daniel Deußer. Aachen war das letzte Turnier, das der Hengst gegangen ist.

Über Balou du Reventon

Zur Welt kam das neue US-Pferd des Jahres in Deutschland, genauer gesagt im Gestüt Lewitz. Balou du Reventon ist nicht sein Geburtsname, er begann seine Karriere als Cornet’s Balou. Über seinen Vater Corbet Obolensky braucht kein weiteres Wort verloren werden. Er ist eine lebende Legende. Seine Mutter Georgia v. Continue-Domino-Gepard aber beinahe auch. Sie ist nämlich unter anderem auch die Mutter von Starvererber Balou du Rouet und brachte zudem den für Mexiko international 1,60 Meter-erfolgreichen Chatinue v. Chacco-Blue.

Balou du Reventon wurde von Patrick Stühlmeyer in den Sport gebracht, der ihn 2011 auch zum Bundeschampion machte. Seine internationale Karriere startete der Hengst unter Liubov Kochetova und ging dann kurzzeitig mit dem Chilenen Jorge Matte Capdevila, ehe er zu Darragh Kenny kam. Mit ihm startete Balou du Reventon dann so richtig durch. Unter anderem waren die beiden 2019 Zweite im Super Grand Prix der Global Champions Tour „Play Offs“ in Prag. 2010 gab Ann Thompson den Hengst dann zu Moggre.