Britisches Gericht fordert mindestens 500 Millionen Pfund von Mohammed al Maktoum für den Schutz von Prinzessin Haya

FEI-Präsidentin Haya stellt sich für eine weitere Amtsperiode zur Wiederwahl

(© FEI)

Der britische Guardian berichtet, dass ein Gericht den Herrscher von Dubai, Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktoum, zu einer Zahlung von voraussichtlich mehr als 500 Millionen Pfund an seine Exfrau, die ehemalige FEI Präsidentin Haya von Jordanien, verurteilt hat. So soll Haya sich vor ihm schützen können.

Mit den mindestens 500 Millionen britischen Pfund (knapp 600 Millionen Euro) soll Haya sich und ihre Kinder vor der Bedrohung durch ihren Ex-Mann schützen können. Sie war im Frühjahr 2019 vor ihm nach Großbritannien geflohen, weil sie nach den Entführungen zweier Töchter von ihm aus anderen Beziehungen begonnen hatte, Fragen nach deren Wohlergehen zu stellen. Danach sei auch sie massiv bedroht worden.

Damals verurteilte der Londoner High Court Mohammed al Maktoum wegen der Entführungen seiner Töchter, der Folter von einer der beiden und der Einschüchterung von Haya.

Das Gericht, das das jetzige Urteil gefällt hat, berichtet, dass Scheich Maktoum die Spionage-Software „Pegasus“ eingesetzt habe, mit der er die Telefone von Haya sowie von fünf ihrer Mitarbeiter inklusive zweier Anwälte gehackt hat. Nur Regierungen haben Zugang zu dieser Software. Das zeige, dass dem Herrscher von Dubai „das volle Gewicht des Staates“ zur Verfügung stehe. Bereits im Oktober hatte der High Court in London das bekannt gegeben. Maktoum verstieß mit dem Übergriff gegen britische Gesetze und gegen Menschenrechte.

Über Strohmänner habe Scheich Mohammed al Maktoum zudem versucht, ein 30 Millionen Pfund Anwesen in der Nähe von Hayas Haus in Berkshire zu erwerben. Das stelle eine „sehr erhebliche Bedrohung für ihre Sicherheit dar“, so der Richter. (siehe auch „Moment Mal!“ am 19. Oktober 2021)

Damit Haya für sich und für ihre zwei gemeinsamen Kinder die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen treffen kann, wurde der Scheich angewiesen, ihr sofort über 250 Millionen Pfund zu zahlen und zudem eine Bankgarantie über 290 Millionen Pfund für die jährlichen Zahlungen zu stellen. Das Gericht ordnete die Zahlungen im Voraus an, da bei jährlichen Zahlungen die Gefahr bestünde, dass der Scheich die Zahlungen reduziert, um Hayas Verteidigung zu schwächen.

Haya hatte laut Guardian kein Geld für sich selbst gefordert. Bislang standen ihr laut Guardian 83 Millionen Pfund pro Jahr für Haushaltsausgaben zur Verfügung sowie 9 Millionen Pfund als „Taschengeld“. Im Zuge der Scheidung wollte sie lediglich eine Entschädigung für den Verlust von Kleidern und Schmuck.

Über Prinzessin Haya

Prinzessin Haya, mit vollem Namen Haya bint al-Hussein (47), ist die Tochter des verstorbenen jordanischen Königs Hussein I. Sie ging in England zur Schule und studierte dort.

2004 wurde sie die sechste Nebenfrau von Mohammed al Maktoum. Zusammen haben sie zwei Kinder, eine 2007 geborene Tochter und einen 2012 geborenen Sohn.

Vor ihrer Ehe war Haya von Jordanien international als Springreiterin im Einsatz, unter anderem bei den Olympischen Spielen in Sydney und den Weltreiterspielen in Jerez.

2006 wurde Haya Präsidentin des Weltreiterverbandes FEI und blieb bis 2014 im Amt.

Ihr Ex-Mann war im Distanzsport aktiv und wurde des Dopings überführt, auch während Hayas Amtszeit. Vor allem aber ist der Scheich ein großer Player im Rennsport, der ja nicht unter die FEI-Direktive fällt. Auch hier steht sein Rennstall Godolphin im Zusammenhang mit Doping- und Medikationsfällen.