DNA-Analyse bestätigt: Wölfe haben die Jährlinge im Raum Nienburg gerissen

Wolf

(© www.st-georg.de)

Nun herrscht Gewissheit. Die DNA-Analysen haben gezeigt, dass die zwei Jährlinge, die am 15. Juni im Kreis Nienburg ums Leben kamen, tatsächlich Opfer einer Wolfsattacke wurden.

Das berichtet die Pferdeland Niedersachsen GmbH, die vom Umweltministerium über die Ergebnisse der Untersuchungen in Kenntnis gesetzt wurde. Demnach waren mindestens zwei Wölfe des bereits bekannten Rodewalder Rudels am „Rissgeschehen“ beteiligt, wie es in der Mitteilung heißt.

Wörtlich heißt es in dem Bericht der Pressestelle des Umweltministeriums zum Untersuchungsergebnis:

„…. Diese ergab, dass in allen Speichelproben je mindestens zwei Individuen des Rodewalder Rudels nachweisbar waren. Da es sich beim Rudel um eine genetisch ähnliche Fortpflanzungsgemeinschaft handelt, konnten keine spezifischen Individuen nachgewiesen werden. Es ist lediglich klar, dass in allen Proben zumindest ein Tier auch männlich war (X- und Y-Chromosom nachgewiesen). Die Frage, ob zudem noch weibliche DNA vorhanden ist, lässt sich nicht sicher beantworten.

Ort, Rissbild und daraus abgeleitet die angewandte Jagdtechnik sind mit den bisherigen Rissaktivitäten von GW717m identisch. Die Befürchtung, dass der Rodewalder Rüde seine Jagdtechnik zur Tötung von großen Huftieren an seine Nachkommen weitergeben würde, hat sich damit leider vollumfänglich bestätigt.“

Der Wolf mit dem behördlichen Namen „GW717m“ war 2019 zum Abschuss frei gegeben worden, weil er seit April 2018 wiederholt Großtiere gerissen hat. 40 Tiere sollen ihm zum Opfer gefallen sein, darunter auch Ponys. Man befürchtete unter anderem, dass sich seine Nachkommen das Verhalten abschauen könnten.

Noch ein Wolfsriss?

In einem Nebensatz schreibt die Pferdeland Niedersachsen GmbH über einen weiteren Fall. Im Raum Lehrte soll ein Shetlandpony auf der Weide getötet worden sein. Die DNA-Analyse läuft.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet, das Pony sei durch einen Biss in die Kehle getötet worden, habe aber auch einen aufgerissenen Bauchraum und Bisse an den Hinterbeinen gehabt. Vor einem halben Jahr seien in der Region mehrere Schafe von einem Wolf gerissen worden.

Die Pferdeland Niedersachsen GmbH hatte bereits vor einigen Tagen einen offenen Brief an Umweltminister Olaf Lies geschrieben, in dem nachdrücklich „deutliche und schnelle Konsequenzen“ angesichts der beiden toten Pferde vom 15. Juni gefordert werden.

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