Drei US-Vielseitigkeitsreiterinnen wegen Dopings für ein Jahr gesperrt

Bildschirmfoto 2018-05-30 um 15.56.47

Hannah Sue Burnett und Harbour Pilot, das Pferd, mit dem sie den CIC3* von Ocala gewonnen hatte, als sie positiv getestet wurde. (© Toffi)

Hannah Sue Burnett, Jennie Brannigan und Alyssa Phillips waren allesamt im November vergangenen Jahres bei einer Vielseitigkeit in Ocala in die Dopingkontrolle gekommen. Die Tests waren positiv.

Bei allen drei Reiterinnen fand man Amphetamine im Organismus. Bei Alyssa Phillips wurde zudem Canrenone festgestellt und bei Jennie Brannigan Methylphenidate und das Abbauprodukt Ritalinsäure.

Canrenone wird vor allem als Entwässerungsmittel genutzt. Methylphenidate ist unter dem Handelsnamen Ritalin bekannt und wird bei der Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) sowie von Narkolepsie eingesetzt.

Amphetamine wirken niedrig dosiert aufmerksamkeitssteigernd, aber zugleich auch entspannend. Bei Konsumenten soll es zu mehr Selbstbewusstsein führen. Gleichzeitig wird die Leistungsfähigkeit erhöht. Darum sind Amphetamine als Dopingmittel im Leistungssport verbreitet. Amphetamine gehören zu den Substanzen, die schnell abhängig machen. Im Drogenmilieu bekannt ist die Substanz Speed.

Alle drei Reiter hatten ein Attest vorgelegt, nachdem sie die Medikamente benötigen, um ihre ADHS Symptomatik zu behandeln. Jennie Brannigan behandele zudem ihre Depressionen damit.

Ein Jahr Sperre

Das FEI Tribunal hat die drei Reiterinnen nun für ein Jahr gesperrt. Dabei wird die Zeit der vorläufigen Suspendierung vom 17. November 2018 angerechnet, so dass die drei nach dem 17. November 2018 wieder reiten dürfen. Darüber hinaus muss jede Reiterin 1500 Schweizer Franken Strafe zahlen und die Prozesskosten übernehmen.

Der Leiter der Rechtsabteilung beim Weltreiterverband FEI, Mikael Rentsch, erklärte: „Alle drei Reiterinnen konnten beweisen, dass sie keine wesentliche Schuld trifft und sie nicht nachlässig gehandelt haben. Und die Umstände der Fälle zeigen, dass keine von ihnen die Absicht hatte, zu dopen. Angesichts dessen und der Tatsache, dass alle Reiterinnen nachträglich medizinische Atteste für diese Medikamente vorlegen konnten, haben die Parteien entschieden, die Sperre auf zwölf Monate zu verkürzen und das FEI Tribunal hat das abgesegnet.“

Die Reiterinnen sind zudem angehalten, die FEI in ihrer Anti-Dopingkampagne zu unterstützen. Zudem sollen sie sich bei der Aufklärung von Athleten engagieren, als Testimonials für das Material herhalten und selbst innerhalb eines Jahres einen entsprechenden Kurs besuchen.