Dressur-Goldpony Konrad ist mit 31 Jahren gestorben

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Mit stolzen 31 Jahren ist eines der erfolgreichsten deutschen Dressurponys gestorben: Konrad. (© Jacques Toffi)

Der Deutsche Reitpony-Wallach Konrad war ein kleiner Held. So viele Kinder hat er auf dem Weg in den Sport begleitet – und das mit großen Erfolgen. Nun hat er sich für immer verabschiedet.

Stolze 31 Jahre wurde Konrad alt. Seit seinem 2004 stand er auf dem Gestüt Erlenhof der Familie Rothenberger, wo er seit 2008 auch seine Rente verbrachte.

Die älteste Tochter Sanneke war das letzte Kind, das in den Genuss kam, dieses tolle Pony zu reiten und gewann mit ihm noch zwei goldene EM-Medaillen, ehe Konrad aus dem Sport verabschiedet wurde. Und wie es sich für ein so erfolgreiches Pony gehört, tat er das mit Stil: Noch einmal machte er seine Reiterin zur Deutschen Meisterin der Pony-Dressurreiter, sein letztes Turnier.

Zur Welt kam der bunte Fuchs bei Hilde Wassmann, die den Hengst Constantin mit ihrer Hannoveraner Stute Lamina v. Lungau-Traugott angepaart hatte. Schon sie war ein „Eigenprodukt“ und schenkte insgesamt sechs Ponys das Leben. Konrad war der erfolgreichste, hat aber mit Champagner W und Chablis auch zwei gekörte Brüder.

Vom Bundeschampionat zur Europameisterschaft

Konrads Sportkarriere begann unter dem Sattel von Eva-Maria Tüpker, die ihn dreijährig zur Silbermedaille beim Bundeschampionat des deutschen Reitponys ritt, damals noch in Mannheim. Ein Jahr später holte Konrad den Titel.

Als er fünfjährig war, bekam Konrad einen neuen Reiter: Nikolas Kröncke. Mit ihm gewann er Dressur- und Dressurpferdeprüfungen in Serie und wurde ein weiteres Mal Zweiter beim Bundeschampionat. Siebenjährig nahm Konrad mit Kröncke an seiner ersten EM-Teil – und holte zweimal Gold.

Dasselbe EM-Ergebnis erzielte der zuverlässige kleine Kämpfer zwei Jahre später auch mit Nikolas‘ Schwester Kira. Mit ihr war er auch im Jahr 2000 noch mal im EM-Einsatz – Mannschaftsgold, Einzelbronze.

Ab 2001 brachte er Annika Fiege das Einmaleins im Viereck bei. Im selben Jahr qualifizierten sie sich ebenfalls für die EM, nochmal Mannschaftsgold und Rang vier in der Einzelwertung. Im Jahr darauf dann das nächste Mannschaftsgold und diesmal Silber in der Einzelwertung.

2003 übernahm Patricia Höhn Konrads Zügel. Und wie sollte es anders sein, auch sie trug Konrad zu Championatsmeriten: Mannschaftsgold und Einzelsilber bei der EM in Necarne Castle, Irland. Die beiden krönten ihre gemeinsame Karriere mit einer weiteren goldenen Teammedaille und Einzelbronze in Jaszkowo, Polen, ehe Konrad zu Sanneke Rothenberger ging.

Insgesamt drei Europameisterschaften haben die beiden zusammen bestritten. Jedesmal gab es den Titel mit der Mannschaft.

Wie Sannekes Mutter Gonnelien auf Instagram schreibt: „Du wusstest ganz genau, wann es darauf ankam. Du hast Deine Reiter immer auf Dir strahlen lassen.“

Sein Altenteil verbrachte Konrad zusammen mit weiteren Erfolgsponys der Kinder Rothenberger auf der Weide auf deren Hof. Eine richtige Pony-Rentnergang. Wie Gonnelien Rothenberger sagt:

„Lieber Konrad, grüß‘ Deini von mir (Anm. d. Red.: Gemeint ist Pony Deinhard B, das schon vor ein paar Jahren gestorben ist) – so, wie ich ihn kenne, kennt er sich da oben schon bestens aus und kann Dir bestimmt die saftigste Wiese zeigen. Wir werden uns um Dino kümmern, der es im Moment sehr schwer hat ohne Dich.“

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