Dressurreiterin Caroline Roffman wegen Betrugs beim Pferdehandel angeklagt

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Caroline Roffman mit Her Highness beim CHIO Aachen 2014. (© von Korff)

Die US-Dressurreiterin Caroline Roffman ist wegen angeblichen Betrugs beim Pferdehandel angeklagt. Sie selbst bezeichnet die Anschuldigungen als „schlicht falsch“.

Caroline Roffman (29) war für die USA international erfolgreich bis Grand Prix und wurde 2010 „Rising Star“ der FEI. Inzwischen ist sie auch als Verkaufsagentin und Trainerin im Einsatz. Nun soll sie angeblich beim Pferdehandel betrogen haben. Sie soll ein Pferd offiziell für 300.000 US-Dollar verkauft haben, tatsächlich aber 900.000 Dollar bekommen haben, ohne die – vorherigen – Besitzer davon in Kenntnis zu setzen.

Es geht um die Hannoveraner Stute Fabrege, die 2015 mit damals sechs Jahren verkauft wurde. Die Stute war als Vierjährige bei der US-amerikanischen Version des Bundeschampionats am Start. Vorgestellt wurde sie damals von Alice Tarjan. Tarjan ist auch diejenige, die die Klage eingereicht hat. Die richtet sich Caroline Roffman und Lionshare Dressage LLC. In der Anklage geht es unter anderem um Betrug, Vertragsbruch, unlautere Bereicherung etc.

Der Ablauf

Laut dressage-news.com hat Alice Tarjan Caroline Roffman kontaktiert, um den Verkauf von Fabrege abzuwickeln. Roffman hatte vorher schon zwei andere Pferde von Tarjan veräußert, Somer Hit und Fairytale. Roffman bekam die Anweisung, Fabrege für einen Preis zwischen 250.000 und 400.000 Euro zu verkaufen. Sie selbst solle zehn Prozent des Verkaufspreises als Provision erhalten.

Im Oktober 2015 wurde Fabrege zu Caroline Roffman nach Florida gebracht, damit sie von dort verkauft werden könnte. Anfang November soll Caroline Roffman Alice Tarjan informiert haben, dass es einen Interessenten für Fabrege gibt: den Belgier Peter Eeckman. Er sollte angeblich 300.000 US-Dollar für Fabrege geboten haben und habe angeboten, die 30.000 Dollar Provision direkt an Caroline Roffman und Lionshare zu bezahlen.

Alice Tarjan soll daraufhin angemerkt haben, dass die Stute ihrer Ansicht nach 500.000 US-Dollar wert sein müsste. In der Anklageschrift heißt es indes, Caroline Roffman habe der Klägerin geraten, die Stute zu dem angebotenen Preis zu verkaufen. Sie habe angeführt, dass unter anderem der Galopp und die fliegenden Wechsel den Wert der Stute mindern würden und dass es „schwierig, wenn nicht unmöglich“ sein würde, 500.000 Dollar für sie zu bekommen.

900.000 statt 300.000 Dollar

Alice Tarjan habe sich daraufhin mit dem Verkauf für 300.000 Dollar einverstanden erklärt. Da sie jedoch kein Geld aus Belgien bekam, sei sie von Caroline Roffman informiert worden, dass sie die Bestätigung vorliegen habe, dass das Geld von Peter Eeckmans Konto überwiesen worden sei. Aber es könnte wegen Terroralarms zurückgehalten worden sein. Darum habe Caroline Roffman selbst Alice Tarjan 300.000 Dollar überwiesen.

Roffman soll Alice Tarjan gebeten haben, die Papiere von Fabrege an eine Adresse in Wellington zu schicken, von der sich herausstellte, dass dort ihr Vater wohnt. In der Anklageschrift heißt es, Caroline Roffman habe die Stute – ohne die Anklägerin davon in Kenntnis zu setzen – für 900.000 Dollar an Bethany Peslar „und/oder Everglades Dressage LLC“ verkauft.

Das Geld soll angeblich trotzdem über das Konto von Peter Eeckman gelaufen sein. Der Dressurreiter Endel Ots, der die USA unter anderem auch schon bei den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde in Verden vertreten hat, ist der Trainer von Bethany Peslar und ein ehemaliger Partner von Roffman. Er soll Bethany Peslar gesagt haben, Peter Eeckman sei der Verkäufer der Stute. Daher solle Peslar die 900.000 Dollar auf dessen Konto überweisen. Eeckman soll dann als Lohn dafür, dass man sein Konto habe benutzen dürfen, 10.000 Dollar von den 900.000 einbehalten und die restlichen 890.000 an Roffman überwiesen haben.

Das sagt Roffman

Caroline Roffman hat sich inzwischen zu den Vorwürfen geäußert. Wie dressage-news.como berichtet, habe sie die Anschuldigungen als „fehlerhaft, irreführend und in vielen Fällen schlicht falsch“. „Unglücklicherweise“ sei es dieser Tage insbesondere in der Pferdewelt nicht ungewöhnlich, dass jemand eine unseriöse Klage einreicht, um sich so einen taktischen Vorteil zu verschaffen. Sie sei zuversichtlich, dass die Anklage schnell fallengelassen werde, wenn ein Gericht sich die Fakten ansieht. „Ich werde mich weiterhin auf meine Familie und mein Training konzentrieren und jeden Tag mit einem Lächeln auf den Lippen zur Arbeit gehen.

www.dressage-news.com 

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