Equine Infektiöse Anämie: Weitere Verdachtsfälle in Norddeutschland

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(© Toffi)

Ein Reitstall im Raum Hamburg hat sein Turnier abgesagt wegen eines Verdachts auf Equine Infektiöse Anämie. Ein Reitstall im Kreis Lüneburg wurde ebenfalls vorsorglich vom Veterinäramt gesperrt.

Nachdem im Juni elf Pferde aufgrund einer nachgewiesenen Ansteckung mit der Equiner Infektiöser Anämie (EIA) getötet werden mussten, wird derzeit recherchiert, welche anderen Pferde im Land Kontakt zu den nun toten Tieren hatten und dementsprechend ebenfalls infiziert sein könnten.

Auf dem Hof Eggerstedt in Hamburg-Sülldorf hat man solche Kontaktpferde gefunden. Sie werden derzeit untersucht. So lange das Ergebnis der Blutproben noch nicht vorliegt, hat das Veterinäramt Hamburg den Hof vorsichtshalber gesperrt. Das bedeutet, das für dieses Wochenende geplante Dressur- und Springturnier fällt aus. Noch handelt es sich hier um eine rein präventive Maßnahme, denn das Virus ist noch nicht nachgewiesen.

www.hof-eggerstedt.de

Kreis Lüneburg

Ähnlich verhält es sich derzeit im Landkreis Lüneburg im Reitstall von Ziegner. Hier stehen zwei Pferde, die sich bei einem Poloturnier möglicherweise mit der Ansteckenden Blutarmut der Einhufer infiziert haben könnten. Daher hat das Veterinäramt auch hier vorsorglich für drei Monate gesperrt. Gegenüber der Landeszeitung sagte die Kreissprecherin Katrin Holzmann: „Alle bisher untersuchten Proben waren zwar negativ, doch Entwarnung können wir erst dann geben, wenn auch die letzte Probe Mitte/Ende August ohne Befund ist.“

Die Pferdebesitzerin selbst hatte alle notwendigen Schritte in die Wege geleitet, indem sie das Veterinäramt und den Stallbesitzer Botho von Ziegner über den Kontakt zwischen ihren Pferden und dem infizierten Tier informiert hat.

Von Ziegner berichtet, es seien umgehend alle notwendigen Maßnahmen ergriffen worden – kein Pferd darf mehr vom Hof runter und fremde Pferde nicht drauf. Die betroffenen Pferde wurden separiert, Geräte und Stallungen desinfiziert. Täglich wird Fieber gemessen. Das ist ein vorbildlicher Umgang mit der Situation. Der zuständige Amtstierarzt Thomas Volksdorf forderte zudem die Reiter im Umkreis auf, mit ihren Pferden im heimischen Stall zu bleiben und diese bestmöglich vor Insekten zu schützen.

Elf Fälle

Die bislang nachgewiesenen Fälle waren allesamt Polopferde. Die erste Meldung kam aus dem Landkreis Verden. Dann folgte eine aus Düsseldorf und eine aus der Grafschaft Bentheim sowie aus Hamburg. Am 28. Juni überschlugen sich die Ereignisse: Zwei weitere infizierte Pferde in Düsseldorf, drei in Tagmersheim, Bayern, und schließlich kamen auch in Hamburg noch zwei weitere Fälle hinzu.

Keines der Pferde zeigte Krankheitssymptome. Da sie das Virus jedoch in sich tragen und damit lebenslang sogenannte „Carrier“ sind, ist es gesetzlich vorgeschrieben, die Tiere einschläfern zu lassen.

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