Familienpferd Querida Mia ist nun ein „FRH-Pferd“

Von
Verdener Championate 2022

Lukas Fischer und Querida Mia bei der Qualifikation in Verden, wo sie Rang zwei belegten. (© Thomas Hellmann)

Nicht nur für ihre Besitzer ist Burg-Pokal Finalistin Querida Mia ein besonderes Pferd. Der Hannoveraner Verband hat sie nun mit dem Kürzel FRH geehrt, das an erfolgreiche Sportpferde vergeben wird.

Die zehnjährige Hannoveraner Stute Querida Mia war im vergangenen Jahr Nachrückerin im Finale des Nürnberger-Burgpokals und belegte im Finale Rang neun mit knapp 71 Prozent. Im selben Jahr gewannen sie unter anderem den Prix St. Georges wie auch die Intermédiaire I beim Hamburger Derby. Für ihre Besitzer, die Familie Dr. Flock, und ihren Ausbilder Lukas Fischer ein unvergesslicher Tag, sagt Leon Flock. Hinzu kamen weitere Siege und Platzierungen in Cloppenburg, auf dem Hof Bettenrode, in Kronberg, Elmlohe, Verden und Görlitz. Als Burg-Pokal Finalistin wurde Querida Mia nun vom Hannoveraner Förderverein mit dem Namenszusatz „FRH“ geehrt.

„Für uns ist und das ganze Team ist das eine riesige sportliche Auszeichnung“, freut sich Leon Flock. Zumal er und seine Familie den Werdegang der Stute quasi von klein auf begleitet haben. Er und sein Bruder studieren. Aber wann immer sie zuhause sind, reiten sie „Mia“ auch selbst. „Sie ist ein richtiges Familienpferd.“

Nicht nur wegen ihrer sportlichen Erfolge ist Querida Mia etwas Besonderes. Zur Welt kam sie bei Familie Schult in Hünxe als eines der letzten Stutfohlen der Fidertanz-Mutter Reine Freude, aus deren Stamm ja inzwischen noch diverse weitere hoch dekorierte Pferde hervorgegangen sind, wie zum Beispiel der Westfale Escaneno v. Escamillo aus der Vaiana v. Veneno, eine Tochter der Reinen Freude.

An die Zucht dachten die Flocks aber noch gar nicht, als sie Querida Mia erwarben. „Sie sollte eigentlich für mich sein“, erzählt Leon Flock, der selbst unter anderem am Bundesnachwuchschampionat der Dressurreiter teilgenommen hat. „Aber dann habe ich mit dem Studium begonnen, hatte weniger Zeit …“ Er stellte sie zwar auch einmal turniermäßig vor, wurde mit ihr Zweiter in einer Dressurpferdeprüfung Klasse A. Aber den Großteil ihrer frühen sportlichen Meriten erreichte sie mit Lisa Erlemeyer im Sattel, mit der sie unter anderem beim Bundeschampionat am Start war. Trainiert wurden die beiden damals von Stefanie Meyer-Biss, die Querida Mia zwischendurch auch turniermäßig vorgestellt hat.

Die Stute war Dressurpferde M-siegreich, als Lukas Fischer sie übernahm und schon siebenjährig erste Schleifen in Klasse S mit ihr gewann. Im selben Jahr waren die beiden als Reservisten für die Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde gesetzt, die dann ja wegen Corona gar nicht stattgefunden haben.

Lukas Fischer soll sie auch weiter reiten. Dieses Jahr soll der Weg Richtung S*** gehen. „Wir sind gespannt, was die nächste Saison bringt“, sagt Leon Flock. Und zwar nicht nur mit Mia.

„Sie hat bereits ein Embryotransfer-Fohlen von Escamillo“, erzählt er. Eine Stute, die gerade angeritten wird. „Sie macht sich super, aber wir wollen ihr noch alle Zeit geben. Sie muss jetzt dreijährig noch keine Turniere gehen.“

Bislang hatten die Flocks nebenbei Reitponys gezüchtet. Aber Leon Flock gibt zu, die Bedeutung der Qualität des Mutterstamms sei ihnen erst durch Querida Mia so richtig bewusst geworden. Darum wollen sie langfristig auch mit ihr weiter züchten. Dann mit Querida Mia FRH.

 

Dominique WehrmannRedakteurin

Studierte Politologin, seit 2006 bei St.GEORG. Als Jugendliche Dressurtraining bei Hans-Georg Gerlach, Michael Settertobulte und Reitmeister Hubertus Schmidt und das auf einem selbstgezüchteten Pferd. Verantwortet die Bereiche Spitzensport und Pferdezucht. Im Presseteam des CHIO Aachen und der Pferdemesse Equitana, hat für den NDR im Fernsehen kommentiert.