Weltreiterspiele Tryon 2018

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Luftaufnahme des Tryon International Equestrian Center, wo bei den Weltreiterspielen 2018 Pferdesportgeschichte geschrieben werden wird. (© www.tryon2018.com)

Der Weltreiterverband hat die Nominierten für die FEI-Awards 2018 bekannt gegeben. Mit dabei sind Springreiter-Weltmeisterin Simone Blum und die Dressur-Weltmeister-Pflegerin Steffi Wiegard.

Die FEI-Awards werden in fünf Kategorien vergeben. Die Wahl ist öffentlich. Jeder kann mitmachen. Hier sind die Nominierten.

Longines Rising Star – der Preis für den Newcomer des Jahres zwischen 14 und 21 Jahren mit außergewöhnlichem Talent.

  • Felix Koller (AUT), u.a. Bronzemedaillengewinner bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter in Fontainebleau
  • Esmee Donkers (NED, dreifache Goldmedaillengewinnerin bei den Europameisterschaften der Jungen Dressurreiter 2018 in Fontainebleau
  • Victor Levecque (FRA), Doppel-Europameister der U21-Vielseitigkeitsreiter 2018 in Fontainebleau

Best Athlete – für herausragende Leistungen, vor allem bei den Weltreiterspielen in Tryon und den Asian Games

Best Groom – für die Helden hinter den Kulissen, die sich rund um die Uhr um das Wohlergehen der vierbeinigen Athleten kümmern

  • Lucy Miles (NZL), Pflegerin der Vielseitigkeitspferde von Jonelle und Tim Price
  • Alex Tyler-Morris (GBR), kümmert sich um die Pferde von Springreiter Harrie Smolders
  • Lee McKeever (USA), die gute Seele der Pferde von McLain Ward
  • Steffi Wiegard, Turnierpflegerin von Isabell Werth

Against all Odds – für jemanden, der entgegen aller Widerstände seinen Traum von einem Leben mit Pferden verwirklicht hat

  • Sammie Fritz (USA), Dressurreiterin. Sammies geliebtes Pferd Rohanna musste verkauft werden, weil ihre Eltern sich haben scheiden lassen, die Mutter Brustkrebs bekam und sämtliche Ersparnisse verlor. Aber ihr wurde über Umwege ein Pferd zur Verfügung gestellt, mit dem sie rasch sehr erfolgreich war. Als die beiden sich für die nordamerikanischen Meisterschaften qualifizierten und Semmie kein Geld hatte, um die Reise zu bezahlen, installierte sie eine Spendenseite im Internet, über die sie den Trip dann doch finanzieren konnte. Sie gewann Silber mit der Mannschaft.
  • Leila Malki (PLE), Springen. Leila reitet schon seit sie fünf Jahre alt ist, aber als Palästinenserin ist das alles andere als selbstverständlich. Sie bricht nur dadurch ein Tabu, dass sie selbst reitet, sondern sie ermutigt auch andere Kinder und Jugendliche, damit zu beginnen und hilft ihnen dabei. Sie spricht auch im Fernsehen und im Radio über ihre Erfahrungen und macht so aktiv Werbung für den Pferdesport in dem Land. Zudem reitet sie auch internationale Wettkämpfe – trotz aller Widrigkeiten, die einem Mädchen dabei in einem Land wie Palästina begegnen. Dabei hatte sie nie ein eigenes Pferd, sondern reitet immer geliehene bzw. zur Verfügung gestellte Pferde. Das dann aber auch weit weg wie z.B. in Kolumbien und Marokko.
  • Sara Morganti (ITA), Para-Dressur. 1997 wurde bei Sara Morganti Multiple Sklerose diagnostiziert. Innerhalb eines Jahres konnte sie nicht mehr gehen. Aber auf dem Pferderücken fühlte sie noch die Freiheit. 2014 wurde sie Weltmeisterin im Grade I der Para-Dressurreiter. Sie wurde für die Paralympics 2016 in Rio nominiert. Doch ihr Pferd fiel im Vet-Check durch. Für Sara ein schwerer Schlag! Sie wollte schon aufhören mit dem Reiten, kämpfte sich dann aber zurück und gewann in Tryon zwei Goldmedaillen.
  • Kate Showmaker (USA), Para-Dressur. Laut FEI könnten sowohl Kate als auch ihr Pferd für diesen Preis nominiert werden. Kate wollte Tierärztin werden und schob mitunter 36-Stunden-Schichten, während sie parallel dazu ihr Pferd trainierte und Turniere ritt. Doch dann brach ihr Pferd sich das Hufbein. Es sah nicht gut aus für die beiden. Doch die Verletzung heilte und mit viel Geduld kämpften die beiden sich zurück in den Sport. Sie wurden für die Para-Dressurwettkämpfe der Weltreiterspiele benannt. Und sie gewannen Bronze.

FEI Solidarity – für Organisationen oder Menschen, die sich in besonderer Weise um die Förderung des Pferdesports verdient machen

  • The Horsemanship charity programme (CHN) – Der Vielseitigkeitsreiter Alex Hua-Tian ist Schirmherr dieses Projekts, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Pferdesport Kindern aus allen Schichten Chinas näher zu bringen. Bekanntlich kann man beim Umgang mit Pferden Lektionen lernen, die man auch in anderen Lebenssituationen immer wieder benötigt – Verantwortungsbewusstsein, Geduld, Empathie, Rücksichtnahme, Ausdauer etc. Die Aktion möchte dem Pferdesport den Anstrich des Elitären nehmen und im Gegenteil aufzeigen, wie wertvoll er für die Herzensbildung aller Kinder ist.
  • Riders of Hope (BIH), eine gemeinnützige Organisation, die sowohl in den USA als auch in Bosnien und Herzegowina präsent ist. Letzteres sind Länder, in denen der Pferdesport und die Möglichkeiten pferdegestützter Therapien noch in den Kinderschuhen stecken. Riders of Hope bietet ganz verschiedene Therapieprojekte mit Pferden an, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Es geht darum, mit Hilfe der Pferde mehr Lebensqualität zu gewinnen.
  • Mercedes Campdera (MEX), sie kümmert sich um die Aus- und Weiterbildung von Offiziellen (Richtern, Stewards usw.) in Ländern, in denen es keine eigenen Programme dafür gibt. Ihr Bereich ist dabei Südamerika. Campdera ist eine von wenigen Experten auf dem Gebiet die sogenannte Equestrian Sports Educative Events (ESEEs). Außerdem ist Campdera eine zertifizierte Vier-Sterne-Dressur- (auch für junge Pferde), Para-Dressur- und Vielseitigkeits-Dressurichterin.
  • Julia Battams (AUS) – ihr Projekt Equine Pathways Australia hat ein strukturiertes Programm entwickelt, mit dem verletzte oder kranke Menschen entweder in den Pferdesport zurückfinden oder damit anfangen. Battams hat Reiter aller Ausbildungsklassen unterrichtet und war bei zehn Paralympischen Spielen, 15 Weltmeisterschaften und zahllosen anderen internationalen Turnieren als Trainerin oder Managerin im Einsatz. Sie kümmert sich aber auch um die Basis, um Menschen, die einfach nur wieder reiten möchten.

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