Mehrere Fohlen in der Oranienbaumer Heide gerissen

Screenshot der Primigenius gGmbH-Website.

(© Screenshot der Primigenius gGmbH-Website.)

Im Naturschutzgebiet Oranienbaumer Heide in Sachsen-Anhalt praktiziert die Primigenius gGmbH seit 2008 ökologische Landschaftspflege mit Heckrindern und Konik Pferden. Seit vergangenem Jahr leben auch Wölfe in dem Gebiet, die nun mehrere Fohlen gerissen haben.

Die Primigenius gGmbH wurde 2002 vom ortsansässigen NABU Köthen gegründet, um Naturschutz und Landschaftspflege im Wulfener Bruch und in der Oranienburger Heide besser umsetzen zu können, und die Rinder- und Pferdeherden, die dort leben, zu betreuen.

Schon im vergangenen Jahr war in der Oranienbaumer Heide ein Fohlen von dem bis dato einzigen dort lebenden Wolf angegriffen worden. Damals konnte die Herde sich aber offenbar verteidigen. Nun hat die Primigenius gGmbH Ende vergangener Woche eine „Presseinformation zur aktuellen Wolfssituation“ herausgegeben, in der es heißt, innerhalb kurzer Zeit seien zwei Fohlen „sehr wahrscheinlich vom Wolf gerissen“ worden. Ein weiteres sei so schwer verletzt gewesen, dass es trotz tierärztlicher Betreuung in der Folgenacht verstarb. Zwei weitere Fohlen wiesen „leichte Bissverletzungen“ auf, seien nach der tierärztlichen Behandlung aber wohlauf. Zwei andere Fohlen seien verschollen, die Ursache könne nicht geklärt werden. Von den Bisswunden wurden Proben für eine genetische Analyse genommen, deren Ergebnisse noch nicht vorliegen. Bei dem Fohlen, das im vergangenen Jahr angegriffen worden war, hatte man nachweisen können, dass es sich bei dem Täter um einen Wolf gehandelt hatte. In diesem Fall sagen die Primigenius gGmbH-Mitarbeiter: „Aufgrund der Verletzungen und der Spurenlage konnten die beiden in dem Gebiet lebenden Wölfe mit hoher Wahrscheinlichkeit als Verursacher identifiziert werden.“

Die Primigenius gGmbH-Mitarbeiter haben nämlich festgestellt, dass es inzwischen nicht mehr nur einen, sondern zwei Wölfe in der Gegend gibt, offenbar ein Pärchen. Die übrige Stuten- und Fohlenherde wurde nun außerhalb des Wolfsbereiches in Sicherheit gebracht.

Weitere Infos: www.primigenius.de

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  1. MW

    Tja, das war ja wirklich „komplett unerwartet“, wo doch in jedem Land der Welt auch erwachsene Pferde und Rinder regelmäßig gefuttert werden. Immerhin werden weltweit auch Elche, Büffel und Wisente mitten aus intakten Herden gerissen. Nur schade, dass der Normalo-Pferdehalter und Züchter nicht auch mal seine Fohlen aus dem Wolfsgebiet in Sicherheit bringen kann … Zumal bald ja alles Wolfsgebiet sein wird und sein soll. 🙁 Langsam bröckelt das Lügengebilde um die Wiederansiedlung der Wölfe. Sie sind nämlich weder scheu, und meiden Menschen, noch sind sie nachtaktiv und werden „NIE“ gesehen. Genauso sind eben Pferde, und Rinder nicht „nicht im Beuteschema“. Wölfe sind große Raubtiere und brauchen 5kg Fleisch am Tag. Sie nehmen eben das was sie bekommen können …

  2. Silvia

    Unfassbar mit welcher Leichtfertigkeit der Nabu mit dem Leben, der ihm anvertrauten Tiere umgeht. Ideologisch verblendet wird das Großraubtier Wolf weiterhin verharmlost. In jedem Wolfsland werden neben Wild, Rindern und Haushunden , auch erwachsene Pferde gerissen, warum sollte das in Deutschland anders laufen? Unglaublich auch, dass der Nabu andere Weidetierhalter scharf kritisiert, wenn sie ihre Tiere nicht ausreichend schützen. Zumal die vom Nabu geforderten wolfsicheren Zäune mit Leichtigkeit von den Wölfen überwunden werden! Und nicht jeder Tierhalter kann seine Tiere dann einfach umsiedeln ! Ganz ehrlich, Wölfe in Deutschland, das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt. Ein bißchen mehr Realitätssinn und Ehrlichkeit wäre wünschenswert!


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