Fragile Foal Syndrom erstmals bei einem Vollblutfohlen entdeckt

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Am Warmblood Fragile Foal Syndrome (WFFS) erkranktes Fohlen. (© Laboklin)

Aus WFFS muss FFS werden. Bislang dachte man, der Gendefekt, der zu einer irreparablen Bindegewebsschwäche bei Fohlen führen kann, trete nur bei Warmblütern auf. Doch das ist nun widerlegt.

In Großbritannien musste ein Vollblutfohlen eingeschläfert werden, weil es diverse Wunden und Entwicklungsstörungen aufwies. Es litt unter dem Fragile Foal Syndrom, einer Bindegewebsschwäche, die auf einem Gendefekt beruht, der mit 25-prozentiger Wahrscheinlichkeit weitergegeben wird, sofern beide Elternteile Träger des Gens sind.

Bislang waren nur Fälle bei Warmblutfohlen bekannt. Doch eine Untersuchung des toten Vollblutfohlens bestätigte das fehlerhafte Gen auch hier. Wissenschaftler an den Universitäten von Davis in Kalifornien, USA, und dem Royal Veterinary College in Hertfordshire sowie den Rossdale Laboratories in Newmarket, Großbritannien, hatten sich mit dem Fall beschäftigt.

Da es sich um das erste Fohlen mit der Krankheit bei einer Rasse außerhalb der Warmblutpopulation handelt, schlagen die Wissenschaftler vor, das Warmblood Fragile Foal Syndrom umzubenennen in Fragile Foal Syndrom, FFS. Sie raten zudem, Gentests auch bei Vollblütern in der Zucht durchzuführen, um nicht zwei Trägertiere anzupaaren und so womöglich weitere nicht lebensfähige Fohlen zu zeugen.

Die Fallstudie war zuerst im Equine Veterinary Journal erschienen.

Es hatte früher geheißen, Dark Ronald xx habe den Gendefekt weitergegeben. Dieser Anfang des 20. Jahrhunderts geborene Hengst hatte großen Einfluss auf die Warmblutzucht in Deutschland. Dies konnte jedoch widerlegt werden.