Galoppsport führt Herpes-Impfpflicht für Rennpferde ein

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Symbolfoto (© www.toffi-images.de)

In der Vollblutzucht besteht bereits eine EHV-Impfpflicht für Zuchtstuten, nun soll diese auch für alle Rennpferde gelten. Das hat Deutscher Galopp heute in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Auslöser für diesen Beschluss sind der Herpes-Ausbruch in Valencia und dessen Folgen.

Aufgrund der aktuellen Geschehnisse rund um den Herpes-Ausbruch beim Springturnier in Valencia hat Deutscher Galopp, die eingetragene Dachmarke des deutschen Galopprennsports und die oberste Verwaltungsstelle für die Zucht von Vollblutpferden und für die Galopprennen in Deutschland, beschlossen, dass alle Rennpferde in Deutschland gegen das Equine Herpesvirus (EHV) geimpft sein müssen. Diese neue Regelung gilt ab sofort.

„Deutscher Galopp hat in den letzten Tagen diese ernste Situation mit der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, unseren Schwesterverbänden im Ausland, den Gremien auf internationaler Ebene, den beratenden Tierärzten und weiteren Experten eingehend analysiert und erörtert. Dabei war uns wie immer das Tierwohl oberste Richtschnur unseres Handelns“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bisher seien in der Vollblupopulation noch keine Herpesfälle aufgetreten, die direkt mit Valencia in Verbindung gebracht werden können. „Dies liegt zum einen offenbar daran, dass die Populationen jedenfalls überwiegend voneinander separiert gehalten werden. Zum anderen ist die Mehrzahl der Vollblutpferde in Deutschland bereits gegen das Herpesvirus geimpft. Dies ist für die Zuchtbetriebe ja seit vielen Jahren Pflicht, zudem besteht in Frankreich eine Impfpflicht“, so Deutscher Galopp.

Rennen finden weiterhin statt

Während die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) alle Pferdesportveranstaltungen bis zum 28. März abgesagt hat, dürfen Galopprennen weiter stattfinden. Um dennoch konsequent gegen eine Ausbreitung des Herpesvirus vorzugehen, herrscht auf den Rennbahnen nun eine EHV-Impfpflicht. Nicht geimpfte Pferde sind ab sofort vom Rennbetrieb ausgeschlossen. Diese Regelung gilt bereits für die Rennen an diesem Wochenende.

„Alle Pferde, die am Rennbetrieb in Deutschland teilnehmen, sind nach erfolgter Grundimmunisierung in einem Turnus von nicht mehr als 6 Monaten gegen das Herpesvirus zu impfen. Dabei sind für die drei Impfungen der Grundimmunisierung die gleichen Impfintervalle einzuhalten, wie sie ab dem 1. Januar 2021 auch für Influenzaimpfungen gefordert werden“, schreibt Deutscher Galopp. Da die Impfstoffe nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehen und aktuell eine starke Nachfrage herrsche, wird betroffenen Pferdebesitzern außerdem empfohlen, unverzüglich mit ihrem Tierarzt Rücksprache zu halten. „Womöglich haben diese noch Bestände des Impfstoffes vorrätig; diese sollten Sie sich unmittelbar sichern.“

Deutscher Galopp fordert außerdem dazu auf, auch weiterhin die empfohlenen Hygiene- und Infektionsschutzregeln einzuhalten, u. a. die Gesundheit der Pferde täglich zu überprüfen und bei Kenntnis von Ausbrüchen in der Umgebung regelmäßig Fieber zu messen. Neue Pferde im Stall sollten zunächst isoliert untergebracht werden.