Gefängnisstrafe für Betrüger von Springreiter Ludo Philippaerts

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Großer Satz von Shane Sweetnam und Amaretto D'Arco am Wassergraben der Europameisterschaften in Herning 2013. (© Toffi)

2008 war Springreiter Ludo Philippaerts von seinem damaligen Mitpferdebesitzer beim Verkauf des Spitzenpferdes Amaretto D’Arco um viel Geld betrogen worden. Nach vielem Hin und Her gibt es nun eine Entscheidung in der Sache.

2002 hatte Ludo Philippaerts zusammen mit einem Partner 17.000 Euro in den damals zweijährigen Hengst Amaretto D’Arco investiert. Der Sohn von Philippaerts‘ Spitzenpferd Darco hielt, was seine Abstammung versprach und wurde weiterverkauft. Laut Philippaerts‘ Partner sollte er „ein paar 100.000 Euro“ gekostet haben. Tatsächlich hat der Käufer aus den USA aber 1,5 Millionen Euro für den Hengst angelegt, wie Philippaerts erfuhr. Der Belgier, der seine eigene Karriere zugunsten der seiner vier Söhne in den Hintergrund gestellt hat, zeigte seinen ehemaligen Partner an.

Vor Gericht wurden Philippaerts 725.000 Euro zugesprochen, also die Hälfte des Verkaufspreises von Amaretto D’Arco. Die beklagte Partei ging in Berufung, doch die zweite Instanz folgte dem Urteil der ersten und forderte ebenfalls 725.000 von dem Beklagten für Philippaerts.

Statt zu zahlen, übertrug der Mann Anteile seines Unternehmens auf seine Kinder und setzte seine Tochter als Geschäftsführerin ein. Er selbst erklärte, er sei insolvent und könne infolge dessen nicht zahlen.

Philippaerts, in der Annahme, dass das nicht stimme, verklagte den Mann dennoch auf eine Million Euro Schadensersatz. Die Sache ging in Antwerpen vor Gericht. Dort sah man den Sachverhalt als erwiesen an und verurteilte Philippaerts‘ einstigen Partner zu zwölf Monaten Gefängnis sowie einer Geldstrafe in Höhe von 8000 Euro. Auch zwei Töchter wurden verurteilt, ebenfalls zur Zahlung von 8000 Euro, wobei die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt ist. Die vorläufige Entschädigung für Ludo Philippaerts liegt bei einem Euro. Aber später wird festgelegt, wie hoch die endgültige Summe sein wird, die er erhalten soll.

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Amaretto D’Arco

Das Pferd, das Auslöser dieses Rechtsstreits ist, war der im Jahr 2000 geborene BWP-Hengst Amaretto D’Arco. Luc de Snerck hatte ihn in Belgien aus der Tatouage d’Avontuur v. Tenor Manciais-Avontuur gezogen. Vater des Hengstes ist Darco, Ludo Philippaerts‘ „Lebenspferd“. Amaretto D’Arco hat noch einen Vollbruder, der ähnlich erfolgreich war wie er selbst: Forever D’Arco ter Linden.

Amaretto D’Arcos Karriere nahm erst nach dem Verkauf so richtig Fahrt auf. Der Ire Shane Sweetnam ritt Ende 2008 die ersten internationalen Youngster-Springen mit ihm und im Jahr darauf bereits 1,60 Meter-Nationenpreise. Später vertraten die beiden die irischen Farben bei zwei Europameisterschaften, 2011 in Madrid und 2013 in Herning. Letztere waren zugleich das letzte gemeinsame Turnier des Paares.

Danach übernahm die US-Springreiterin Katie Dinan die Zügel des Hengstes und ritt ihn 2014/2015 noch bei einigen großen Turnieren. 2016 starb Amaretto D’Arco, nachdem es Komplikationen in Folge einer Kolik-Operation gegeben hatte.

Amaretto D’Arco war auch im Deckeinsatz und brachte mehrere internationale Pferde, darunter Kirschwasser SCF, der trotz seines Namens ein Belgier ist und nicht nur einen berühmten Vater, sondern auch eine berühmte Mutter hat: Werly Chin de Muze v. Nabab de Reve aus der Qerly Chin v. Chin Chin, einer der besten Stämme, die das BWP zu bieten hat.