Gerco Schröders Holsteiner Weltmeister Berlin alias Caspar ist tot

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Berlin mit Gerco Schröder bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen. (© von Korff)

Heute Nachmittag ist in den Niederlanden ein großes Springpferd und ein herausragender Vererber gestorben, der im Sport bekannt war unter dem Namen Berlin, aber als Caspar seine Karriere begann.

Das Gestüt Duyselshof, wo Berlin zuletzt stand, meldet den Tod des Holsteiner Schimmels. Er starb an den Folgen seines Alters. Berlin wurde 26 Jahre alt. Berühmt wurde der Cassini-Caretino-Sohn unter Gerco Schröder. Zugleich war der Hengst aber auch das Pferd, das Gerco Schröder groß gemacht hat.

Entdeckt wurde der von Josef Unkelbach gezogene Schimmel von Jan Tops, doch der behielt den Schimmel nicht lange. Wim Schröder, einer der Brüder von Gerco, sah ein Video von dem damals noch unter dem Namen Caspar bekannten Hengst und war hin und weg. Der Eindruck des Videos hatte ihn nicht getäuscht, wie sich auch bei der Live-Besichtigung zeigte. Im Nachhinein sagt Wim Schröder, dieses Pferd habe ihm ein besonderes Gefühl gegeben. „Ich dachte damals, dies könnte ein Championatspferd sein“, zitiert ihn die niederländische Website horses.nl. Er sollte Recht behalten.

Zunächst ritt Wim Schröder Berlin selbst. Er stellte ihn siebenjährig in der Youngster-Tour vor. Nur ein Jahr später zählten die beiden zum niederländischen EM-Aufgebot und wurden Zwölfte in der Einzelwertung. Dass schließlich Gerco Schröder die Chance bekam den Hengst zu reiten, war Zufall. Sein Bruder hatte sich das Bein gebrochen, so konnte Gerco einspringen. Er und Berlin erwiesen sich als wahres Dreamteam. Sie trugen maßgeblich zum Mannschaftsgold der Niederlande bei den Weltmeisterschaften in Aachen 2006 bei und wurden zudem Sechste in der Einzelwertung. Ein Jahr später gab es dann auch noch EM-Gold mit dem Team.

Zuchtleistung

Berlin ist selbst das Produkt zweier sporterfolgreicher Eltern mit Cassini und seiner Mutter Estia, die unter Judith und Elmar Pollmann-Schweckhorst und später Marc Wirths in Springen bis 1,55 Meter im Einsatz gewesen war. Diese Leistungsgene haben sich nicht nur bei dem Hengst selbst bemerkbar gemacht, er hat sie auch zuverlässig weitervererbt.

Allein bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sind 219 Sport-Nachkommen eingetragen, von denen 88 in S-Springen im Einsatz waren. Die Nachkommen-Lebensgewinnsumme betrug 2019 knapp 604.000 Euro. In Deutschland sind 14 gekörte Söhne registriert. Einer der bekanntesten Werbeträger des Berlin dürfte hierzulande sein Sohn Casino Berlin sein, der bei Gerd Sosath zur Welt kam und dort stationiert ist. Der zwölfjährige OS-Schimmel trug Hendrik Sosath 2019 zur Bronzemedaille bei den Deutschen Meisterschaften.

 

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