Gregory Wathelets Forlap ist tot

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Gregory Wathelet (BEL) und Forlap beim Weltcup-Finale in Omaha 2017 (© Pauline von Hardenberg)

Eine große Pferdepersönlichkeit ist nicht mehr. Gregory Wathelet und sein Team mussten die Entscheidung treffen, den schwer verletzten Forlap einzuschläfern.

Anfang Dezember 2017 hatte Forlap sich beim Longieren das Bein gebrochen. Ein schreckliches Unglück! Der Wallach wurde sofort operiert und zunächst sah es auch so aus als bessere sich sein Zustand. Es war klar, dass das Ausnahmetalent nie wieder in den Sport zurückkehren würde. Aber Gregory Wathelet hatte gehofft, diesem Pferd, mit dem ihn so viel verbindet, noch ein glückliches Leben auf der Weide schenken zu können. Doch es hatte nicht sollen sein.

Auf seiner Website richtet Gregory Wathelet seine Worte (Auf Französisch) direkt an Forlap: „Nach diesem Unfall hat das ganze Team alles getan, um Dich zu retten. Noch einmal hast Du Deine Charakterstärke und Deine unglaubliche Intelligenz gezeigt. (…) Wieder hast Du gekämpft wie nie zuvor. Aber leider konnte dieser letzte Kampf nicht gewonnen werden. Das Schicksal hat es anders entschieden und wir mussten mit großer Trauer die Entscheidung treffen, Dich gehen zu lassen und damit Dein Leiden zu verkürzen in diesem letzten Kampf, der einfach von vornherein verloren war.“

Gemeinsame Geschichte

Noch einmal lässt Wathelet die Geschichte Revue passieren, die ihn und Forlap verbindet. Angefangen mit dem Moment als der damals siebenjährige belgische Wallach zu ihm in den Stall kam und Wathelet feststellte: „Du warst direkt etwas Besonderes für mich.“ Noch im selben Jahr stellten sich die ersten Erfolge ein. Mit gerade mal acht Jahren war Forlap fit für Fünf-Sterne-Springen. Nicht nur das, er gewann auch. Seinen ersten CSI5*-Sieg feierten er und sein Reiter in La Coruna, Spanien.

Ein solches Talent weckte Begehrlichkeiten und den höchsten Preis bot Alexander Onischenko. Neunjährig wechselte Forlap zu dem Ukrainer und seiner internationalen Truppe. Für Wathelet ein harter Schlag. Es sei schon eine bittere Pille für ihn gewesen, Forlap damals gehen zu lassen, sagt der Belgier. Und er sagt auch: „Es war immer mein Traum, dass Du nach Hause kommst. Bis zu dem Tag, an dem Judith (Judith Göllkel von der Nybor Sportpferde GmbH, der z.B. auch Wathelets Aachen-Siegerin Coree gehört sowie einige Pferde von Marcus Ehning, Anm. d. Red.) beschloss, mir dieses Geschenk zu machen, für das ich niemals dankbar genug sein kann. Ich dachte, dass Du für den Rest Deines Lebens und viele Jahre wieder da bist.“

Zwischenzeitlich hatten sich einige Reiter auf Forlap versucht, unter anderem auch Daniel Deußer. 2016 war der Querlybet Hero-Sohn dann zu Wathelet zurückgekehrt. Ein beeindruckendes Comeback feierten die beiden beim Weltcup-Finale in Omaha, wo sie in einer Wertung Zweite und am Ende Elfte wurden. Die Zukunft stand ihnen offen. Aber es hatte nicht sollen sein.

Große Liebe

Schöner als Gregory Wathelet kann man es wohl nicht sagen: „Eine Menge Leute hier im Stall und sogar da draußen werden Dich vermissen. Aber für mich wirst Du immer irgendwo in meinem Herzen und in meinen Gedanken sein. Ich wünsche Dir viel Glück in Deinem nächsten Leben. Danke für alles, was Du mir ermöglicht hast. Forlap, ich liebe Dich wirklich sehr … ich vermisse Dich schon sehr.“

Forlap wurde 13 Jahre alt.

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