Gregory Wathelets Mannschaftseuropameister Nevados für die Zukunft gesichert und über Frischsamen verfügbar

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Gregory Wathelet (BEL) und Nevados. Die beiden wurden Mannschaftseuropameister mit der belgischen Equipe in Rotterdam 2019. (© Pauline von Hardenberg)

Kurz vor Jahreswechsel konnte der belgische Springreiter Gregory Wathelet noch eines seiner besten Pferde, den Hengst Nevados, für sich und das Land sichern. Nun nutzt er, wie auch viele andere Sporthengste, die Zwangspause für den Zuchteinsatz.

Der zwölfjährige Calvados Z-Sohn Nevados ist in Polen geboren und stand bis dato auch in polnischem Besitz. Przemyslaw Konopacki hatte ihn in den internationalen Sport gebracht. Siebenjährig ging der Schimmel dann unter Gregory Wathelet. Die beiden entpuppten sich als Dreamteam.

Noch im selben Jahr gewannen sie die Weltmeisterschaften der jungen Springpferde in Lanaken, ein Sprungbrett in den großen Sport. Neunjährig ging Nevados die ersten Fünf-Sterne-Springen. Ein Jahr später war er z. B. Zweiter im Global Champions Tour Grand Prix von Estoril, Dritter im Nationenpreis von Hickstead, siegreich im Großen Preis von Liège usw.

2019 vertraten Wathelet und Nevados die belgischen Farben bei den Europameisterschaften in Rotterdam, wo sie Gold mit der Mannschaft gewannen und Neunte in der Einzelwertung wurden.

Im Gespräch mit Studforlife.com machte Gregory Wathelet deutlich, dass Nevados sein Favorit für die Olympischen Spiele in Tokio ist, auch wenn die erst nächstes Jahr stattfinden. „Was Nevados angeht, macht die Verschiebung der Spiele keinen großen Unterschied. Er wird nächstes Jahr 13 Jahre alt, ist also auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Wenn ich ihn dieses Jahr in Form bekommen kann, gibt es keinen Grund, weshalb das nächstes Jahr nicht auch klappen sollte. (…) Ursprünglich war der Plan mit seinem alten Besitzer, ihn für die Spiele zu behalten und danach zu verkaufen. Jetzt, wo es uns gelungen ist, ihn zu sichern, stellt sich die Frage nicht mehr.“

Er räumte aber auch ein, dass Belgien viele starke Paare habe und dass der Teamplatz erst einmal verdient werden müsse. Ganz sicher ist er aber absolut überzeugt von dem Hengst: „Er ist ein Genie und über dem Sprung sehr vorsichtig. Er wird seine Technik an seine Nachkommen weitergeben.“

Frischsameneinsatz und Meerestherapie

Nevados ist nun – was sonst nicht der Fall ist – über Frischsamen verfügbar. Gut zu wissen für deutsche Züchter: Hierzulande wird er über die Station Klatte vertrieben.

Das gilt auch für Gregory Wathelets zweites Spitzenpferd, Iron Man van de Padenborre, mit dem er im vergangenen Jahr unter anderem beim Nationenpreis in Aachen am Start gewesen war.

Der Darco-Sohn hatte wie auch Nevados einige Wochen Winterpause. Ihn hatte Wathelet dann zwischenzeitlich zu Philippe Le Jeune „in Ferien“ gegeben. Der ehemalige Weltmeister nimmt häufig Spitzenpferde anderer Reiter in seinen Stall auf, der in der Nähe eines großen Strandes liegt, an dem die Pferde in der Herde galoppieren können und von der heilenden Wirkung des Meeres profitieren. Vor ziemlich genau einem Jahr hatte St.GEORG-Chefredakteur Philippe Le Jeune zuhause besucht und mit ihm während eines langen Strandritts über den Sport, seine Liebe zu seinem Weltmeister Vigo d’Arsouilles und vieles andere gesprochen. Das Heft kann man hier noch online bestellen.

Iron Man hat also auch die Le Jeune’sche Thalasso-Therapie genießen können. Gregory Wathelet dazu: „Ich dachte, das Meer könnte ihm gut tun und dann führte eins zum anderen. Ich hatte Philippe auch gebeten, ihn ein bisschen zu reiten, um seine Meinung zu dem Pferd zu hören in der Annahme, er könnte einen etwas anderen Ansatz haben und neue Ideen. Ich denke, er ist ein sehr gutes Pferd und hat im vergangenen Jahr einige gute Sachen gemacht, aber manchmal ist er etwas unbeständig.“

Er habe sich überlegt, dass er vielleicht etwas übersehen haben könnte, weil er ihn schon so lange reitet. Er habe eine andere Meinung haben wollen. Darum habe er Philippe gebeten, den Hengst beim CSI2* in Lier zu reiten. „Natürlich gab es kein Wunder, so sehr kann man ein Pferd nicht verwandeln, aber ich denke, Philippe stimmte mir zu, dass er ein sehr gutes Pferd ist. Manchmal fängt man an, an sich selbst zu zweifeln, wenn man ein Pferd hat, das Zweiter wird im Weltcup-Springen von Bordeaux, Fünfter im Großen Preis des CSIO5* von La Baule und dann drei Wochen später einen schlechten Großen Preis hat. Da beginnt man sich selbst infrage zu stellen.“

Er habe einige gute Ideen von Philippe Le Jeune in Bezug auf den Hengst mitnehmen können – die er nun nicht im Parcours auf dem Turnier umsetzen kann, weil Corona ihn wie alle anderen Menschen derzeit auch, zuhause festhält. Er würde gerne noch einmal wieder mit Le Jeune zusammenarbeiten, wenn es passt. „Es wird davon abhängen, wie viel Zeit wir beide haben.“

Zeit, die Schulter auszukurieren

Für Gregory Wathelet hat die Zwangspause auch etwas Positives: Er hat nun Zeit, seine verletzte Schulter auszukurieren. Zwar war er in Doha schon wieder auf dem Turnier gewesen, aber er benötigt immer noch Physiotherapie. Dies sei derzeit der einzige Grund, weshalb er überhaupt den Hof verlasse, so der derzeit 38. der Weltrangliste gegenüber Studforlife.com.

 

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