Happy End für die Pferde von Tierquäler Ulrich K.

U.K. Hof 003

Luftaufnahmen des Hofes von Ulrich K. (© Verein gegen Tierfabriken Schweiz VgT.ch)

Vor einigen Tagen berichteten wir über einen Tierschutzfall in der Schweiz, wo über 90 Pferde nach Jahren schlimmster Vernachlässigung ihrem Besitz Ulrich K. enteignet wurden. 80 Tiere wurden nun verkauft. Und das erfolgreich.

Wir hatten berichtet, dass in der Schweiz Pferde in Not einen neuen Besitzer suchen. Nachdem die Pferde ihrem eigentlichen Besitzer Ulrich K. enteignet worden waren, wurden sie interimsweise in das Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere in Schönbühl, Bern, gebracht. Vergangene Woche fand nun eine öffentliche Verkaufsveranstaltung statt, eine Mischung aus Auktion und Verlosung. Die Pferde wurden vorgestellt und vorgeführt, anschließend konnte gesteigert werden.

Schlachtung vertraglich ausgeschlossen

Die potenziellen Käufer mussten sich per Unterschrift auf vorgefertigten Verträgen verpflichten, dass sie ihre neuen Pferde tierschutzgerecht halten und nicht unmittelbar nach dem Erwerb in Schönbühl schlachten lassen.

Es hatte explizit geheißen, dass man sich durch den Verkauf der Pferde „nicht die Taschen voll machen“ wollte. Daher hatte es einen Maximalpreis gegeben. Der lag bei 500 Euro pro Tier plus einen vorher durch einen Sachverständigen festgelegten Grundwert des jeweiligen Pferdes. Wenn mehrere Interessenten bereit waren, diese maximale Summe zu zahlen, hat das Los entschieden.

Großes Interesse

Das Interesse an den Tieren war sehr groß. Laut Berichten aus lokalen Medien waren rund 2000 Personen vor Ort. Allerdings waren dies nicht nur Privatpersonen, sondern auch einige Tierschutzorganisationen. Auch die versuchten, Pferde zu erwerben, um sie weiterzuvermitteln.

Umstrittener Verkauf

Dabei hatte das zuständige Veterinäramt im Kanton Thurgau im Vorfeld für Verwirrung gesorgt. Erst hatte es geheißen, interessierte Personen sollten sich an das Amt wenden und sagen, wie viele Pferde sie aufnehmen könnten. Dann war von einer Versteigerung die Rede. Erst später und auf mehrfache Nachfrage erhielten wie folgende Mitteilung der Staatskanzlei im Kanton Thurgau:

„Es handelt sich um einen Verkauf und nicht um eine Versteigerung. Gemäss Kaufvertrag werden die Käufer verpflichtet, die geltenden Vorschriften der Tierschutz- sowie der Tierseuchengesetzgebung einzuhalten. Zudem sind alle Pferde gechipt, was eine Kontrolle vereinfacht.“

So kam es dann auch. Kaufinteressenten waren bereits mit Anhängern angereist und konnten die Pferde sofort mitnehmen. Alle 80 zum Verkauf vorgestellten Pferde fanden neue Besitzer. Ein Pony bleibt im Besitz der Armee. Im Fall der restlichen der 93 Pferde, die nun nicht verkauft wurden, hatten sich im Vorfeld Personen gemeldet, die nachweisen konnten, dass sie die Besitzer der Tiere sind.

Druse?

Allerdings hat die ganze Geschichte auch eine Kehrseite. Gestern kam die Meldung, dass einige Pferde, die dem Kompetenzzentrum Veterinärdienst und Armeetiere in Schönbühl gehören, möglicherweise an Druse erkrankt sind. Acht Pferde sollen wegen Druseverdacht in Quarantäne sein, meldet der TV-Sender SRF im Rahmen der Sendung „Schweiz aktuell“. Derzeit analysiere ein Labor, ob es sich bei den Erregern wirklich um Drusebakterien handelt.

Man könne nicht ausschließen, dass die Pferde des Kompetenzzentrums sich bei den Hefenhofener Pferden angesteckt haben, erklärte der Kommandant Jürg Liechti. Er räumte auch ein, dass die Pferde sich auch auf anderen Wegen infiziert haben könnten, beispielsweise wenn Besucher den Erreger eingeschleppt hätten. Es sollen alle Käufer der Hefenhofener Pferde über den Druseausbruch im Kompetenzzentrum aufgeklärt worden sein.

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