Herpes in Holstein: zwei Pferde tot

Featurebild stall box quarantäne

Schon bei dem Verdacht auf eine Herpeserkrankung sollten die betroffenen Pferde isoliert werden. (© www.toffi-images.de)

Ende 2014 war auf dem Gut Tangstedt in Schleswig-Holstein Herpes ausgebrochen mit fatalen Folgen. Jetzt gibt es einen weiteren betroffenen Stall im Kreis Stormarn.

Es handelt sich um das Gestüt am Helkenteich in Grande. Zwei Pferde sind dort am Equinen Herpesvirus Typ 1 (EHV-1) gestorben, wie der Inhaber Joachim Schiedel gegenüber dem Hamburger Abendblatt bestätigte. Die Norddeutsche Tageszeitung berichtet auch, dass es weitere Erkrankungsfälle in Trittau und Barsbüttel geben soll.

Joachim Schiedel vom Gestüt am Helkenteich vermutet, dass das Virus durch ein neues Pferd im Stall zum Ausbruch gelangen konnte. Nachdem es sich zunächst gut einlebte, zeigte das Pferd nach fünf Tagen erste Krankheitssymptome – es sei schlapp gewesen und habe Fieber gehabt, berichtet der Stallbesitzer, erholte sich jedoch wieder. Aber acht Tage später erkrankte ein anderes Pferd, das mit Fieberschüben, Atembeschwerden und Lähmungserscheinungen zu kämpfen hatte. Der Tierarzt stellte fest, dass das zentrale Nervensystem befallen war. Das Pferd, erst vierjährig, musste eingeschläfert werden. Eine Tupferprobe bestätigte den Herpesverdacht.

Der Stallbesitzer instruierte seine Einsteller, alle erdenklichen Quarantänemaßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ansteckung wurden getroffen. Trotz aller Bemühungen fiel noch ein weiteres Pferd, ebenfalls erst fünf Jahre alt, dem Virus zum Opfer. Das neu hinzugekommene Pferd war wie die anderen im Stall gegen Herpes geimpft. Es ist allerdings bekannt, dass auch die Impfung gegen Herpes keinen hundertprozentigen Schutz bietet.

Derzeit steht das Gestüt am Helkenteich unter Quarantäne – einer selbst auferlegten, denn im Gegensatz zu den meldepflichtigen Krankheiten wie beispielsweise Equiner Infektiöser Anämie (EIA) gibt es hier von Seiten der Behörden keine Maßnahmen. Auf dem Gestüt am Helkenteich hofft man nun, dass keine weiteren Pferde erkranken. Ende Dezember waren auf dem ebenfalls in Schleswig-Holstein angesiedelten Gut Tangstedt drei Pferde gestorben.

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.

  1. Katharina Ehlers

    Vielen Dank für diesen an sich differenzierten und guten Artikel. Jedoch ist die Infektiöse Anämie nicht melde- sondern anzeigepflichtig! Das ist im Tierseuchenrecht (oder Tiergesundheitsgesetz, wie es neuerdings heißt) ein entscheidender Unterschied. Da in der Pferde-Szene allgemein ein sehr laxer Umgang mit Infektionskrankheiten und Quarantäne- und Hygienemaßnahmen herrscht, wäre es wichtig, dass sich die Fachpresse bei Artikeln zu diesen Themen wenigstens rundum korrekt ausdrückt. Vielleicht gelingt es dann ja langfristig, endlich zu einem besseren Bewusstsein für diese Risiken zu kommen, denn dann müssten nicht mehr ständig Pferde an Druse oder Herpes erkranken, nur weil mal wieder neu in den Stall gekommene Pferde nicht quarantänisiert werden.


Schreibe einen neuen Kommentar