Infektiöse Anämie im Landkreis Ludwigslust-Parchim

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Mitte 2017 hatte das Schreckgespenst Infektiöse Anämie massiv um sich gegriffen. Nun ist die Seuche erneut aufgetaucht. Diesmal hat es ein Pferd im Ort Hagenow im Landkreis Ludwigslust-Parchim getroffen.

Wie die Schweriner Volkszeitung berichtet, ist dies der erste Fall von Infektiöser Anämie seit Jahrzehnten. Da Infektiöse Anämie, auch ansteckende Blutarmut der Einhufer genannt, eine anzeigepflichtige Tierseuche ist, gibt es ein gesetzlich vorgeschriebenes Procedere, wie in einem solchen Fall zu verfahren ist.

Dazu gehört, dass das erkrankte Pferd unverzüglich eingeschläfert wird, um zu verhindern, dass es weitere Tiere ansteckt. So ist es auch jetzt geschehen. Die anderen Pferde des Betriebs sind getestet worden und bislang alle negativ. Rund um den Hof wurde im Radius von einem Kilometer ein Sperrbezirk eingerichtet. Pferde, die innerhalb dieses Radius leben, dürfen diesen nicht verlassen. Von außen darf kein Pferd herein. Die Pferde in diesem Gebiet müssen im Stall bleiben, sämtliche Veranstaltungen mit Pferden wurden abgesagt.

Der Sperrbezirk wird erst aufgehoben, wenn ein zweiter Test nach drei Monaten bei allen Pferden ebenfalls kein positives Ergebnis bringt, also kein weiteres Pferd erkrankt ist.

Derzeit wird auch auf den umliegenden Höfen getestet. Der Ausbruchsbetrieb liegt rund 20 Kilometer vom Landgestüt Redefin entfernt. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass man im Landgestüt bereits informiert wurde, aber derzeit kein Handlungsbedarf besteht.

Die Situation 2017

Im vergangenen Jahr hörte man beinahe täglich von neuen Fällen der ansteckenden Blutarmut, nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und in den Niederlanden. Es handelte sich dabei überwiegend um Polopferde. Insgesamt wurden 15 Pferde eingeschläfert.