Küche, der vierte – Marcus Ehnings Erfolgsstute als Super-Mama

Marcus Ehning und Küchengirl

Marcus Ehning und Küchengirl in Aachen. (© Julia Rau)

Bereits ihr viertes Fohlen hat gerade Marcus Ehnings Aachen-Siegerin Noltes Küchengirl zur Welt gebracht. Und wieder ist der Vater einer von Ehnings Hengsten.

Hellbraun und bildschön – na, wer könnte da der Vater sein? Ganz klar: Weltcup-Sieger Sandro Boy. Er ist der Vater des vierten Fohlens von Noltes Küchengirl, jener Lord Z-Tochter, die ihre Karriere als Lord’s Classic begann und dann, als sie zu Marcus Ehning kam, nach ihren neuen Besitzern benannt wurde.

Am 9. Mai meldete Familie Ehning auf Facebook: „Nach Comme il faut, Plot Blue und For Pleasure war dieses Jahr Sandro Boy dran. Und es ist ein wunderschönes Hengstfohlen geworden.“

Die Karriere der Mutter des jungen Mannes ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Immerhin ist sie schon 21 Jahre alt und hat in ihrer sportlichen Laufbahn alles bewiesen. Zunächst wurde sie von Johannes Ehning vorgestellt. 2005 saß Marcus Ehning das erste Mal auf dem Turnier im Sattel. Im Jahr darauf gab es den ersten Nationenpreiseinsatz und -sieg in La Baule Frankreich. Und vor allem: Sieg im Großen Preis von Aachen.

Die beiden zählten zum Favoritenkreis für die Weltreiterspiele, die anschließend ebenfalls in Aachen stattfinden sollten. Doch erlebte Marcus Ehning mit Küchengirl die wahrscheinlich schwärzeste Stunde seiner Karriere: Die Küche war nicht dazu zu bewegen, über die Mauer in Briefmarkenoptik zu springen. Die Mannschaft gewann Bronze, Ehning lieferte das Streichergebnis. Ähnlich lief es ein Jahr später bei den Europameisterschaften in Mannheim als Küchengirl wieder vor der Mauer den Dienst quittierte.

Sie war ein Pferd mit Persönlichkeit und es ist wohl Marcus Ehnings Genialität zu verdanken, dass er das Vertrauen der Stute wieder gewann, so dass sie ihn 2010 nicht nur zum Weltcup-Sieger machte (gemeinsam mit Plot Blue), sondern ihm auch noch zum Gesamtsieg in der Global Champions Tour verhalf.

Mit 17 Jahren wurde Küchengirl aus dem Sport verabschiedet. Und so wunderbar sie als Sportpferd war, so hingebungsvoll ist sie als Mutter. Man darf gespannt sein, ob ihre Kinder einst in ihre Hufspuren treten werden. Sie haben jedenfalls die besten Gene und den besten Ausbilder, den man sich vorstellen kann.

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