Landkreis Konstanz: Drittes Pferd mit Infektiöser Anämie

Featurebild stall box quarantäne

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Nachdem vergangene Woche im Landkreis Konstanz bei zwei Pferden die Infektiöse Anämie der Einhufer festgestellt wurde, hat man im Laufe der weiteren Untersuchungen nun ein drittes Pferd positiv getestet.

Mit diesen drei Fällen sind in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz seit Juni nun 18 Pferde wegen Equiner Infektiöser Anämie gestorben. Am 10. August hat man die auch „Ansteckende Blutarmut der Einhufer“ genannte Krankheit bei zwei Pferden in Engen im Landkreis Konstanz festgestellt. Der Grund für die Entdeckung war, dass eines der Pferde Krankheitssymptome zeigte.

Nach Bekanntwerden der beiden Fälle wurden auch alle anderen Pferde innerhalb des Sperrbezirks untersucht. Außerdem hatte man zwei Kontaktbetriebe ausfindig gemacht, in denen auch Blutproben genommen wurden. Dabei stieß man auf den gestern vom Friedrich-Loeffler-Institut bestätigten Fall. Alle weiteren getesteten Pferde erwiesen sich bislang als Virus-frei.

Bei den drei positiven Fällen handelt es sich nicht um Polopferde, wie Dr. Matthias Gellert, Leiter des Kreisveterinäramts, gegenüber St.GEORG bestätigte: „Es sind Freizeitpferde, die nach derzeitigen Erkenntnissen auch keinen Kontakt zu Polopferden hatten. Wie sie sich angesteckt haben könnten, ist noch unklar. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das herauszufinden.“

Infektiöse Anämie – eine anzeigepflichtige Tierseuche

Pferde, die mit dem EIA-Virus befallen sind, müssen nicht zwangsläufig auch klinisch erkranken. Manche Pferde tragen das Virus in sich, sind äußerlich aber kerngesund. Das Schlimme: Sie müssen dennoch getötet werden, denn sie können auch als „Schläfer“ andere Pferde anstecken. So sieht es das Seuchenschutzgesetz vor, demzufolge jeder positive EIA-Fall zur Anzeige beim zuständigen Veterinäramt gebracht werden muss.

Bricht die Krankheit aus, äußert sie sich in der Regel zunächst durch unspezifische Symptome wie allgemeine Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust, blasse Schleimhäute, Appetitlosigkeit, Ödeme sowie vor allem immer wiederkehrende Fieberschübe. Vor allem bei therapieresistentem Fieber sollte sofort der Tierarzt benachrichtigt werden.

Als Übertragungsweg werden in der Literatur hauptsächlich blutsaugende Insekten wie z.B. Bremsen angegeben. Die direkte Übertragung von Pferd zu Pferd sei eher selten. Es sei denn, es kommt zu direktem Blutkontakt.

EIA 2017

Der erste positive Fall von Infektiöser Anämie wurde Anfang Juni in Verden gemeldet. Danach wurden weitere positive Tests aus Düsseldorf, der Grafschaft Bentheim, Hamburg, dem bayerischen Tagmersheim, den Niederlanden und der Schweiz gemeldet.


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