Landkreis Konstanz: Zwei Pferde mit Infektiöser Anämie

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(© Toffi)

Gerade war es einige Wochen ruhig gewesen und es wurden keine weiteren Fälle von Infektiöser Anämie gemeldet, der ansteckenden Blutarmut der Einhufer. Nun wurde im Landkreis Konstanz erneut ein Sperrbezirk errichtet.

In Engen im Landkreis Konstanz wurden zwei Pferde mit Equiner Infektiöser Anämie identifiziert. Eines davon hatte „verdächtige Krankheitserscheinungen“ gezeigt, heißt es in einer Mitteilung des Veterinäramtes auf www.bodenseereiterring.de. Bei den Pferden handele es sich um „zwei Freizeitpferde“. Ob die Tiere mit der Poloszene in Kontakt stehen, konnten wir bislang nicht herausfinden. In der Mitteilung wird jedoch auch gesagt, dass nicht klar ist, wie die Pferde sich angesteckt haben. Dort geht man derzeit von einer Übertragung durch Insekten aus. Allerdings wird auch gesagt: „In der Literatur ist jedoch auch immer wieder die iatrogene Übertragung beschrieben.“ Damit ist die Übertragung von Krankheiten im Rahmen medizinischer Maßnahmen gemeint. Also wenn beispielsweise zwei Pferde mit derselben Kanüle gespritzt würden.

15 Fälle

Eine derartige Häufung der Fälle von Infektiöser Anämie, auch ansteckende Blutarmut der Einhufer genannt, wie in diesem Jahr ist ein absoluter Sonderfall. Seit Anfang Juni sind in verschiedenen Teilen Deutschlands sowie in den Niederlanden und der Schweiz 15 infizierte Pferde identifiziert und in der Folge getötet worden. Das ist Vorschrift. Infektiöse Anämie ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Krankheit kann über Jahrzehnte in dem Pferd schlummern und unter Umständen nie zum Ausbruch kommen. Klinisch scheinen diese Pferde völlig gesund zu sein. Aber sie bleiben ein Leben lang Überträger der Krankheit und müssen deshalb auf staatliche Anordnung hin getötet werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, führt sie früher oder später zum Tod. Das Pferd bekommt immer wieder starke Fieberschübe, magert ab, hat Ödeme am Körper, blasse Schleimhäute, zum Teil mit punktförmigen Einblutungen. Die Pferde sind sehr schlapp.

Rätseln um die Ursache

Bislang waren nur Polopferde betroffen, was den Verdacht nahelegt, dass die Krankheit aus Argentinien eingeschleppt wurde, wo sie weit verbreitet ist. Viele Polopferde werden aus Argentinien importiert. Beweisen lässt sich das allerdings nicht. Eigentlich müssen alle Pferde vor Einreise in die EU einen aktuellen Cogginstest bei sich haben, der belegt, dass das Pferd kein Träger der EIA-Viren ist (Equine Infektiöse Anämie). Auch sind 30 Tage Quarantäne vor Einreise vorgeschrieben, Sind die Pferde in Europa gelandet, wird beispielsweise am Flughafen Frankfurt stichprobenartig noch einmal getestet. Wie man dort sagte, hatte man dabei noch nie einen positiven Befund, weder was EIAV angeht, noch eine andere ansteckende Krankheit. Allerdings hat man trotz mehrfachen Nachfragens keine Auskunft darüber gegeben, wie häufig getestet wird.

 

 

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  1. Sabine Krüger

    Warum bitteschön müssen die Pferde vor Ausreise nur 30 Tage in Quarantäne wenn doch die Inkubationszeit 1 bis 90 Tage beträgt? Dann ist doch ein aktueller Cogginstest völlig unsinnig.

  2. Petra Teegen

    Das ist de r Grund, warum die Pferdeklappe e.V. alle Pferde, die kommen sollen, beproben lässt. Das geht auch anonym, sprich ohne Besitzernamen, denn der Tierarzt schickt das Blut ein. Wenn das aus Geldmangel der Besitzer nicht möglich ist, dann wird telefoniert und wir übernehmen die Kosten. Verschiedene Institute untersuchen für uns, alle ca 120 Tiere, die in diesem Jahr ab Juni beprobt zu uns kamen, waren zum Glück negativ. Dabei auch ein Polopferd 🙂
    Petra Teegen, Pferdeklappe e.V.


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