Nach dem Unglück: Die Rothenberger-Pferde sind untergebracht und in der Nacht kam eine neue Hoffnung zur Welt

Brand Rothenberger

Der Morgen nach dem Feuer: Nur noch Ruinen sind übrig geblieben von dieser einst so schönen Anlage der Familie Rothenberger. Inzwischen sind Stall und Reithalle wieder aufgebaut. (© Schnell)

Kein Pferd kann ein anderes ersetzen! Und trotzdem ist es ein Grund zur Freude, dass die Familie Rothenberger nach dem schrecklichen Unglück, das fünf ihrer Pferde das Leben kostete, gestern Nacht ein neues vierbeiniges Familienmitglied bekommen hat. Und dank tatkräftiger Unterstützung haben nun auch die anderen Pferde erst einmal eine Unterkunft.

Gonnelien Rothenberger berichtet auf der Homepage der Familie von den Ereignissen am Morgen des 28. Februar. Sie kennt es nur vom Hörensagen, denn sie und ihr Mann waren mit Tochter Semmieke auf dem Turnier. Und man kann gut nachempfinden, wie schrecklich es sein muss, von den Ereignissen daheim zu hören und nichts tun zu können.

Das „nichts tun können“ beschäftigt den Schilderungen der Olympia-Zweiten von 1996 auch ihre beiden älteren Kinder, Sanneke und Sönke, die versucht haben, alle Pferde aus dem brennenden Stall zu befreien, aber eben doch nicht alle retten konnten. Gonnelien Rothenberger beschreibt:

„Sie machen sich Vorwürfe, ob sie nicht noch mehr Pferden hätten retten können oder es anders hätten angehen sollen. Da sich das Heu und Strohlager über den Ställen befand, erkannten sie die Situation nicht, wie rasch sich das Feuer ausbreitete. Angst hatten sie, dass sie vielleicht gar kein Pferd dort lebend rausbekommen würden. Damit haben sie jetzt sehr zu kämpfen. Pferde die nicht raus wollten, obwohl die Türen geöffnet wurden. Pferde die aus dem Freien wieder durch den Stall rannten … brennend an meinen Kindern vorbei galoppierten, die ihre eigenen Pferde nicht mehr erkannten, so schlimm sahen sie aus … während die Kinder nur noch schwarz vor den Augen sahen, diese Hitze, dieses Brennen in den Augen …

Sönke, der sich Vorwürfe macht, dass er es fast nicht geschafft hätte, Cosmo aus seinem Stall zu befreien. Durch die Hitze waren die Türen fast nicht mehr zu öffnen. Durch den Rauch konnte er erst auch gar nicht erkennen, wo Cosmo war, bis er, als sich die Tür bewegte, rasch nach vorne kam und hinter Sönke herging. Sein Atem immer in Sönkes Nacken … wie Sönke dann wieder nach vorne rannte, versuchte Zum Glück zu retten, dabei Cosmo nicht aus den Augen zu verlieren … er durch die Hitze nicht mehr heran kam … er zusehen musste, wie er sein Traumpferd verlor, an das er so glaubte und das ihm solche Freude machte …“

Nun beginnt die Zeit des Aufräumens und dafür haben sich zahlreiche freiwillige Helfer gemeldet. Wer in der Nähe wohnt und Zeit und Lust hat, ist herzlich willkommen. Damit alles ein wenig organisiert werden kann, haben die Rothenbergers ein Download-Formular online gestellt, in das man sich eintragen kann.

Tatkräftige Unterstützung kam auch von Seiten der Nachbarn. Der Schafhof der Familie Rath/Linsenhoff ist nur unweit vom Gestüt Erlenhof entfernt. Dort sind die Sportpferde erst einmal untergekommen

Die beiden Stuten, die noch in der Klinik stehen, sollen den Schilderung von Gonnelien Rothenberger nach noch in einem kritischen Zustand sein. St. Anton, Toni, ginge es aber besser. Und dann kam in der Nacht die Hoffnung in Gestalt eines kleinen Vierbeiners zurück.

Ein Totilas-Baby

In der Nacht brachte die Rothenberger-Stute Hilary by Cendy ein Hengstfohlen von Totilas zur Welt. Sie ist, wie auch noch andere Stuten der Familie, bei Freunden in einem Zuchtstall untergebracht, wo sie auch den Sommer über bleiben werden. Das Leben geht weiter. Das ist manchmal schmerzlich, aber doch auch tröstlich …

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