Nadine Capellmanns Elvis ist gestorben

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Nadine Capellmann und Elvis bei den Weltreiterspielen 2006 in Aachen. (© www.toffi-images.de)

Flegel und Genie – Elvis war beides. Jahrelang gehörte er mit Nadine Capellmann zu den besten Dressurpaaren der Welt. Nun ist er mit 25 Jahren gestorben.

Letzten Freitag hatte Nadine Capellmann gegen 17 Uhr Futter verteilt und wurde von einem freudig wiehernden Elvis begrüßt. Eine Stunde später kehrte sie zurück in den Stall und Elvis lag tot in der Box. Eigentlich ein Tod, wie man ihn einem Pferd wünscht, trotzdem … „Wir hätten ihn gerne noch länger bei uns gehabt!“, sagt Nadine Capellmann auf ihrer Website. Aber sie weiß auch: „Wenn es in der Trauer einen kleinen Silberstreif gibt, dann, dass sich Elvis am Ende einfach schlafen gelegt hat. Er war nie krank, und seine fast 25 Jahre merkte man ihm kaum an. Sein Tod hat uns alle völlig überrascht.“

Überrascht hat Elvis sein Leben lang gern. Geboren wurde er 1996 bei Christian Pfeil, der seine Garibaldi II-Tochter Georgia mit dem Celler Landbeschäler Espri angepaart hat, der ja bekanntlich auch Weltklasse-Springpferde wie etwa Hugo Simons E.T. gezeugt hat. Von dessen Temperament hatte auch Elvis eine gehörige Portion abbekommen. Wie Nadine Capellmann sagt: „Er hat drei Olympiasieger in den Sand gesetzt.“ Wozu sie selbst auch gehörte, ebenso wie Martin Schaudt, Elvis‘ Entdecker auf der Verdener Auktion, und Klaus Balkenhol, Capellmanns Trainer.

Aber alle wussten auch: Die Arbeit mit diesem Fuchs lohnt sich! Unter Martin Schaudt gewann Elvis die ersten Dressurpferdeprüfungen in Serie. Bei ihm entdeckte Nadine Capellmann ihn. „Ich erinnere mich noch genau an die Gänsehaut, die ich bekam, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe.“ Ihr Gefühl hat sie nicht getrogen.

Sie kaufte Elvis als potenziellen Nachfolger für ihren Superstar Farbenfroh, mit dem sie ja 2002 Weltmeisterin wurde. Sie wusste: Elvis könnte das Pferd sein, dass sie bei der nächsten WM begleitet, der in ihrer Heimatstadt Aachen 2006. Der Plan ging bekanntlich auf.

2004 ritt Nadine Capellmann in Lingen ihr erstes Turnier auf dem Fuchs. Auf Anhieb qualifizierten sie sich für den Nürnberger Burg-Pokal. Sie gewannen das Finale mit 81,17 Prozent – ein Rekord, der bis heute (!) steht. Ein Jahr später ging Elvis Grand Prix.

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Der Rest ist Sportgeschichte: Mannschaftsweltmeister 2006, Mannschaftsolympiasieger 2008. Dazu unzählige Siege und Platzierungen bei den prestigeträchtigsten Turnieren der Welt. 2012 wurde Elvis nach einem dritten Platz beim Weltcup-Turnier in Mechelen kerngesund aus dem Sport verabschiedet und genoss seither seine Zeit als rüstiger Rentner bei Nadine Capellmann in Würselen.

Wobei – bis er seine Rente genießen konnte, dauerte es etwas. „Das (Ende seiner Karriere, Anm. d. Red.) mochte er anfangs nur ungern akzeptieren – was er sowohl mir als auch dem anderen wichtigen Menschen in seinem Leben, meiner Stallchefin Sabine, jedesmal unruhig und laut wiehernd mitteilte, wenn der LKW ohne ihn vom Hof fuhr. In dem Moment waren ihm die Wiese und seine Shetty-Freundin Barbie egal: Er wollte mit!“

Auf Turniere ging es zwar nicht mehr, aber zuhause hat Nadine Capellmann ihn noch lange geritten. Immer wenn sie den Stall betrat, wurde sie von Elvis begrüßt. Zuletzt also am Freitag. Was für ein schmerzlicher Verlust!

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