Nächster Helgstrand-Fall: Zuchtpräsident Pedersen spricht von „Diskrepanzen“

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Jan Pedersen, Präsident Dansk Varmblod (© www.toffi-images.de)

Schon wieder sind die Handelspraktiken von Andreas Helgstrand Thema der dänischen Medien: Diesmal geht es um ein Pferd, das an Daniel Bachmann Andersen zur Hälfte verkauft wurde. Der prominente Züchter war auch noch Teilhaber, sagt die Sache sei „privat“.

Im Januar 2021 war das Pferd von Daniel Bachmann Andersens Ehefrau plötzlich an einer Kolik eingegangen. Auf der Suche nach einem Ersatz fuhr der dänische Dressurreiter zu Andreas Helgstrand und sah dort mehrere Pferde. Darunter auch den Wallach Gaston v. Grand Galaxy-Romanov. Helgstrand und Bachmann Andersen kamen überein, das Bachmann Andersen den Wallach zur Hälfte kaufen würde, präziser: Helgstrand Dressage verkaufte an Bachmann Dressage. 560.000 Dänische Kronen, inklusive der Steuern ziemlich genau 100.000 Euro, zahlte der Däne an Helgstrand und ging davon aus, nun die Hälfte des Pferdes zu besitzen.

Gerne 50/50-Deals

Nachdem nun einige Geschäfte von Andreas Helgstrand in dänischen Medien kursieren, die ein zweifelhaftes Licht auf die Geschäftspraktiken von Helgstrand Dressage werfen, guckte Bachmann Andersen noch einmal auf den Vertrag von damals. Er rief den Züchter und Mitbesitzer des besagten Pferdes, Jan Pedersen an. Pedersen ist Vorsitzender des Dänischen Warmblutverbandes und außerdem auch Präsident der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH). Der bestätigte gegenüber Bachmann Andersen, dass es „Diskrepanzen“ gäbe. Darüber hat die dänische Webseite Nordjyske zuerst berichtet.

Pedersen: „private“ Angelegenheit

Auf Presseanfragen bezüglich des Deals beispielsweise seitens horses.nl reagierte Jan Pedersen mit einem Verweis auf ein Statement, das auf der dänischen Webseite ridehesten nachzulesen ist. Hier die Verlautbarung im Wortlaut:

Der Artikel (von Nordjyske) mag den Eindruck erwecken, dass ich über Andreas Helgstrand die schützende Hand halte. Darum geht es nicht, ich fühle mich aber auch nicht verpflichtet, eine private Angelegenheit in der Presse hinauszuposaunen. Folgendes kann ich sagen:

Es stimmt, dass ich letzte Woche von Daniel Bachmann unaufgefordert bezüglich des Pferdes Gaston angefragt wurde, von dem Daniel die Hälfte gekauft hat.
Daraufhin schickte mir Daniel einen Vertrag zwischen Helgstrand Dressage und Bachmann Dressage bzgl. des Pferdes Gaston, dessen Miteigentümer Andreas Helgstrand vor fünf Jahren wurde.
Der Vertrag dokumentiert eine Diskrepanz zwischen dem Handel, den Andreas Helgstrand mit Daniel Bachmann eingegangen ist, und dem, der mir von Helgstrand mitgeteilt wurde.
Ich habe Andreas Helgstrand sofort mit dem Vertrag konfrontiert und wir haben anschließend alle Unklarheiten ausräumen lassen.
Für mich hat der Vorfall gezeigt, wie wichtig es ist, klare und schriftliche Vereinbarungen zu treffen. Ich hoffe, Andreas hat die gleiche Lektion gelernt.

Mit freundlichen Grüßen, Jan Pedersen

Damit steht fest, dass der Fall Gaston für den doppelten Mandatsträger Pedersen abgeschlossen ist. Andere Fälle sind nun aber bei dänischen Gerichten anhängig.

Bachmann Andersen hatte den Wallach Marshall-Bell geritten, der im Sommer 2021 noch vor den Europameisterschaften zur Hälfte an Andreas Helgstrand verkauft wurde. Der Wallach wurde Siebter in der EM-Kür und galt als heißer Kandidat für einen Platz im dänischen WM-Team. Nun wurde der Wallach aber nach Österreich verkauft.


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