Olympia nicht mehr im Öffentlich Rechtlichen TV

Mobiles Fernsehstudio beim Hamburger Spring- und Dressur-Derby 2016

Mobiles Fernsehstudio beim Hamburger Spring- und Dressur-Derby 2016 (© Pauline von Hardenberg)

ARD und ZDF haben in den Verhandlungen mit dem TV-Sender Discovery den Kürzeren gezogen: Die Olympischen Spiele von 2018 in Pyeongchang und 2020 in Tokio werden nicht im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen live zu sehen sein. Dennoch kann man die Entscheidungen im Free TV verfolgen.

Der Kampf um die Übertragungsrechte ist entschieden! Im Öffentlich Rechtlichen TV wird es keine Liveübertragung von den Entscheidungen der Olympischen Spiele der Jahre 2018 bis 2024. Kein Michael Jung im Ersten, keine Reporter, die von Traversen im Grand Prix sprechen im ZDF, keine ARD-Reporter, die live mitfiebern, wenn Isabell Werth es vielleicht schafft, noch einmal ganz oben zu stehen. Olympia ist Privat(sender)sache. Die Sublizenzen, die die Öffentlich Rechtlichen Sender kaufen wollten, hat Rechte-Inhaber Discovery anderweitig vergeben. Den Zuschlag für die kompletten Senderechte hatte der US-Medienkonzern Discovery im Juni vergangenen Jahres erhalten. Angeblich soll das Unternehmen dem Internationalen Olymischen Komitee dafür ca. 1.3 Milliarden Euro gezahlt haben.

Schluss für das Öffentlich Rechtliche TV

Die ARD spricht auf ihrer Homepage von langwierigen Verhandlungen, die nun gescheitert seien. Das Aus für, aus Reitsportsicht, Carsten Sostmeier und Co., sei zu hohen finanziellen Vorstellungen von Discovery geschuldet. Für die Sublizenzen, so will es der Spiegel wissen, habe der US-Konzern 150 Millionen Euro verlangt. Auf der Homepage der ARD melden sich beide Öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten zu Wort.

Der für Sportrechte zuständige ARD-Intendant Ulrich Wilhelm erklärte, die ARD sei zu wirtschaftlichem Umgang mit Beitragsgeldern verpflichtet. Die Forderungen von Discovery lägen weit über der Summe, die die ARD vertreten könne. „Sollte Discovery seine Haltung ändern, steht unsere Tür selbstverständlich offen“, sagte Wilhelm, der Intendant des BR ist.

ZDF-Intendant Thomas Bellut betonte: „Wir sind Discovery bis an unsere Schmerzgrenze entgegengekommen.“ In jedem Fall würden ARD und ZDF auch in Zukunft über die olympischen Sportarten im In- und Ausland „in bewährter Manier in ihrer gesamten Breite und Vielfalt“ berichten.

Eine offensichtlich andere Schmerzgrenze hat der Sender Eurosport. Der TV-Anbieter hat den Zuschlag bekommen und hat in einer Verlautbarung auf seiner Homepage klar gemacht, dass es aber weiterhin die Olympiaentscheidungen im Free-TV geben wird.

Eurosport 1 wird in Deutschland zum Herzstück der Berichterstattung und jeden bedeutenden deutschen Olympia-Moment im Free-TV übertragen

Außerdem verspricht der Sender auf seiner Homepage „uneingeschränkten Zugang zu jeder einzelnen Minute der Olympischen Spiele – auf allen Geräten, immer und überall.“

Ergänzend soll der Pay-TV Kanal Eurosport 2 vertiefende Informationen liefern. Live- und On Demand-Angebote sollen ein allumfassendes Olympiaerlebnis möglich machen.

Das Fernsehen ist einer der wichtigsten Faktoren für Olympia. Gerade die beabsichtigten, einschneidenden Veränderungen in den olympischen Reitwettbewerben geschehen vor allem auch, weil angeblich das Internationale Olympische Komitee den Sport spannender, nachvollziehbarer für Laien und damit TV-kompatibler haben möchte.

St.GEORG GRATIS LESEN!

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist! Das bietet der
St.GEORG Newsletter. Jetzt abonnieren und Sie erhalten eine Ausgabe
St.GEORG als ePaper gratis - zum immer und überall lesen.

  1. ursula machner

    armes olympia. als nächstes werden bestimmt die weniger publikumswirksamen sportarten aussortiert, wie z.b. dressurreiten. das ist der falsche weg. noch mehr kommerz, es geht doch immer nur ums geld. dabei sollte doch der sport im vordergrund stehen…..


Schreibe einen neuen Kommentar