Otto Beckers Cento ist tot

Im stolzen Alter von 29 Jahren hat sich ein ganz Großer für immer verabschiedet: Otto Beckers Mannschaftsolympiasieger Cento.

Otto Becker und Cento – das war eines dieser untrennbaren Paare, wie Meredith Michaels-Beerbaum und Shutterfly, John Whitaker und Milton etc. Der Holsteiner Schimmel war noch ein direkter Capitol-Sohn aus einer Mutter v. Caletto II. Zur Welt kam er bei Heinrich Schoof. Besitzer war das Gestüt Dobel von Horst Karcher.

Der Hengst starb nun an einer Lungenentzündung. Beziehungsweise Centos Menschen haben beschlossen, ihm Qualen zu ersparen. Otto Becker erklärte: „Er hatte ein gutes Leben und für sein stolzes Alter war er noch bis zum Schluss richtig fit. Leider bekam er vor ein paar Tagen eine Lungenentzündung. Mit seinen fast 29 Jahren wollten wir Cento nicht leiden lassen.“ Offiziell war der Hengst bereits 29, aber auf dem Papier stand sein Geburtstag noch bevor.

Erfolge

Mit dem heutigen Bundestrainer Otto Becker holte der bildschöne Schimmel elf Jahre lang einen Erfolg nach dem anderen, ehe er 2006 in Aachen offiziell aus dem Sport verabschiedet wurde. Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 holten die beiden Mannschaftsgold und verpassten als Vierte der Einzelwertung nur knapp ein zweites Mal Edelmetall. 2003 sicherten sie sich die Mannschafts-Europameisterschaft. Im Jahr darauf gab es Mannschafts-Bronze bei den Olympischen Spielen in Athen. 2002 machte Cento seinen Reiter zum Weltcup-Sieger. Außerdem bescherte er ihm Siege in den Großen Preisen von Aachen 2000 und Calgary 2003. Noch ehe es die Global Champions Tour überhaupt gab, verdiente Cento deutlich mehr als eine Million Euro im Sport.

Und seine Kinder haben es bereits auf gut 1,7 Millionen Euro gebracht. 17 gekörte Söhne kann der Schimmel vorweisen. Hinzu kommen 289 eingetragene Zuchtstuten.

Cento wird vermisst werden

Für alle, die mit Cento zu tun hatten, ist sein Tod ein herber Schlag. Otto Becker erklärte: „Cento war immer Teil meines Lebens, wir waren über 20 Jahre zusammen. Er hat viel für mich getan, deshalb hat er auch seinen verdienten Ruhestand bei uns bekommen. Allen voran sein Pfleger Nico Hollenbeck hat sich täglich um ihn gekümmert. Wir alle werden Cento sehr vermissen.“

Der Hengst war extrem ehrgeizig und ganz sicher kein Jedermann-Pferd. Sein Reiter formulierte es so:  „Er war hochintelligent und sehr leistungsbereit, einer der einen forderte.“

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hatte im Rahmen ihrer Filmreihe „Alte Helden“ einen Beitrag über dieses Charakterpferd gedreht, siehe oben.

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