Patrik Kittels Olympiastute Deja lebt nicht mehr

Patrik Kittels Deja galt einst als eines der talentiertesten Pferde im internationalen Dressursport. Aber sie bekommt heute weniger Punkte als bei ihren ersten Grand Prix-Prüfungen. Heute waren die schwankenden Piaffen das gravierendste Problem. Mit 74,568 Prozent wurden sie 22.

Patrik Kittels Deja bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016. (© Pauline von Hardenberg)

Wie die schwedische Reitsportpresse berichtet, ist Patrik Kittels einstiges Championatspferd Deja mit 18 Jahren gestorben.

Das sei von Dejas Züchterin und Besitzerin Marie Haward bestätigt worden. Die 18-jährige Schwedische Warmblut-Stute v. Silvano-Don Schufro war 2018 ihr letztes Turnier gegangen. Danach hatte sie einen Weideunfall. Die Versuche, sie wieder fit genug für den Turniersport zu bekommen, scheiterten, so dass sie 2020 endgültig aus dem Sport verabschiedet wurde.

Als Deja nach Deutschland zu Patrik Kittel kam, sollte sie eigentlich verkauft werden. Doch Kittel gefiel die noble Braune so gut, dass er beschloss, sie für sich zu behalten. 2012 ritt Kittel die ersten S-Dressuren mit ihr. In Hagen 2013 debütierten sie in der internationalen Kleinen Tour – neugierig beäugt von der gesamten Szene, denn von diesem Pferd hatten schon viele viel Gutes gehört. Deja wurde ihrem Ruf im Laufe der Jahre gerecht.

Noch im selben Herbst ging die Stute ihren ersten Kurz-Grand Prix und zu Weihnachten schenkte Deja ihrem Reiter beim CDI3* in Mechelen zwei Siege bei ihrer internationalen Grand Prix-Premiere. Es waren die ersten von insgesamt 21 internationalen Grand Prix-Triumphen.

Sowohl 2015 als auch 2016 gehörten Kittel zum schwedischen Championatsteam, erst bei den Europameisterschaften in Aachen, dann bei den Olympischen Spielen in Rio. Beide Male belegten sie mit der Mannschaft Rang fünf. In Rio wurde es zudem Platz 16 im Einzel, während sie bei der EM in Aachen noch unter „ferner liefen“ landeten. Aber 2018, bei ihrem ersten und einzigen Weltcup-Finalauftritt, schrammten sie als Vierte nur knapp am Podium vorbei.

Züchterisches

2008 brachte Deja ein Fohlen zur Welt: Diva v. Deja v. Richfield. Die Stute nahm fünfjährig mit Anna Svanberg (SWE) an den Weltmeisterschaften der jungen Dressurpferde teil und ging mit Patrik Kittels Frau Lyndal Oatley, der sie auch gehört, erfolgreich bis Grand Prix. Inzwischen geht sie mit Hedda Thunberg in der Junge Reiter-Tour. Gerade erst gewann das Paar Bronze mit dem Team bei den U21-Europameisterschaften in Hartpury.

Horses.nl schrieb im Juli, dass ein Embryo aus Deja v. Sandro Hit für 22.000 Euro verkauft worden sein soll. Und Hippson.se berichtet, dass Marie Haward selbst auch noch einen Embryo ihres züchterischen Aushängeschildes hat. Ein von Sezuan abstammender Halbbruder von Deja mit Namen Dejaro steht bei Patrik Kittel im Stall. Er ist achtjährig und hat letztes Jahr mit Malin Wahlkamp-Nilsson, Kittels Stallreiterin, eine S-Dressur gewonnen.