Positive Dopingtests der Katar-Springreiter: Eine manipulierte Shisha war schuld

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Sheik Ali al Thani und Bassem Mohammed (© Pauline von Hardenberg)

Aufgrund positiver Dopingproben zweier Teamreiter bei der Olympiaqualifikation in Rabat, Marokko, hat Katar seinen Startplatz bei den Olympischen Spielen der Springreiter an die Gastgeber der Qualifikation verloren. Die Reiter sagen, man habe absichtlich ihre Shishas verunreinigt.

Vor wenigen Tagen war die Teilentscheidung der FEI bekannt gegeben worden, nach der die Ergebnisse der beiden Springreiter Scheich Ali Al Thani und Bassem Mohammed vom Nationenpreis in Rabat, Marokko, im Herbst 2019 gestrichen werden. Der Grund waren zwei positive Dopingtests der Reiter. Man hat in ihrem Organismus das Abbauprodukt von Cannabis gefunden, Carboxy-THC, eine nach FEI-Reglement verbotene Substanz.

Das Turnier in Rabat war eine Olympiaqualifikation. Die Disqualifikation der beiden Reiter bedeutet, dass das Team geplatzt ist und das Ergebnis gestrichen wird. Damit ist der Olympia-Traum für Katar ausgeträumt. Der lachende Dritte ist Marokko, das an Stelle von Katar nachrückt.

Zu ihrer Verteidigung sagten Scheich Ali Al Thani und Bassem Mohammed, sie hätten täglich in der Hotel Lobby eine Shisha-Pfeife geraucht, um sich zu entspannen, etwas, was bei Spitzensportlern in ihrer Heimat üblich sei. Gleichwohl hätte ihr Equipechef streng darauf geachtet, dass sie keine verbotenen Substanzen zu sich nehmen.

Dass die Dopingproben trotzdem positiv waren, können sie sich nur so erklären, dass ihre Shishas manipuliert waren. Wörtlich heißt es in dem FEI-Dokument: „Der schärfste Gegner des Teams bei diesem Turnier war Marokko, das Gastgeberland, das im Falle eine Disqualifikation des Teams dessen Platz bei den Olympischen Spielen in Tokio einnehmen würde.“ Es sei Anzeige bei den marokkanischen Behörden erstattet worden.

Die Reiter fühlen sich zudem in ihrem den europäischen Menschenrechtskonventionen entsprechendem Recht auf einen fairen Prozess verletzt, weil ihnen eine persönliche Anhörung verwehrt worden war und nur per Videokonferenz über die Angelegenheit gesprochen wurde. So hätten sie sich nicht adäquat verteidigen können.

Die FEI ließ sich auf die Argumente der Reiter jedoch nicht ein. Bei der Teilentscheidung sei es ausschließlich um die Disqualifikation gegangen. Hier habe man rasch eine Entscheidung treffen müssen, denn die betroffenen Verbände müssen rechtzeitig wissen, wie sie sich auf die Olympischen Spiele vorbereiten sollen, Budgets planen usw. Alle anderen Argumente, die eventuell noch nicht berücksichtigt wurden in der Entscheidung, müssten auch noch nicht jetzt geklärt werden.

Die Reiter haben nun noch die Möglichkeit, vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu ziehen.

worldofshowjumping.com/FEI

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