PSI Awards an Maria Günther, Ingrid Klimke und Laura Klaphake

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Die P.S.I. Awards 2017: v.l. Moderator Carsten Sostmeier, Laudator Sven Holmberg, Laura Klaphake, Laudator Christopher Bartle, Maria Günther, Ullrich Kasselmann, Ingrid Klimke, Paul Schockemöhle und Laudatorin Evelyn Haim-Swarovski. (© Fotdesign gr. Feldhaus)

Vor die PSI-Auktion haben Ulli Kasselmann und Paul Schockemöhle den Galaabend gesetzt, bei dem alljährlich die PSI-Awards an verdiente Pferdesportler vergeben werden. In diesem Jahr wurden drei besondere Reiterinnen ausgezeichnet.

Den PSI-Award für den „Shooting Star“ 2017 wurde der 23-jährigen Laura Klaphake überreicht. Die Springreiterin hatte in Göteborg ihr Championatsdebüt bei den Senioren gegeben. Allerdings war es bei weitem nicht ihr erstes Championat überhaupt. Während ihrer Pony-, Junioren- und Junge Reiter-Zeit war die Studentin bei sechs Euopameisterschaften am Start und sammelte vier Medaillen.

2017 gelang ihr nun der Durchbruch bei den Senioren mit einem fünften Platz beim Global Champions Tour-Springen in Hamburg, Deutsche Amazonen-Meisterin in Balve, platziert beim Großen Preis von Aachen (und bei diesem Anlass auch mit dem Preis der Bundeskanzlerin für den stilistisch schönsten Ritt ausgezeichnet) und schließlich die Nominierung für die Europameisterschaften in Göteborg, wo sie zweitbeste Frau in der Einzelwertung wurde. Partnerin des Erfolgs war die Stute Catch me if you can, die Klaphake von Paul Schockemöhle zur Verfügung gestellt wird.

Die Laudatio hielt Sven Holmberg, der Sportmanager der „Young Riders Academy“, in deren Kreis Laura 2016 aufgenommen worden war. Hier geht es nicht nur um das reiterliche Können, sondern auch um die Persönlichkeit und die Eignung des Athleten als Vorbild. Dazu Holmberg: „Laura erfüllt alle Kriterien. Sie ist eine exzellente Reiterin mit einem tollen Auftreten – auf dem Turnier wie in den Medien, immer mit einem Lächeln.“

Ingrid Klimke mit Sport Award geehrt

Ingrid Klimke wurde am vergangenen Samstag gleich doppelt geehrt – mit dem PSI-Award in der Kategorie „Sport“ und damit, dass der ehemalige Co-Bundestrainer Chris Bartle die Laudatio auf sie hielt. 16 Jahre lang hatte Chris Bartle Ingrid Klimke als Trainer begleitet. Er weiß also, wovon er spricht, wenn er sagt: „Du bist eine beispielhafte Sportlerin, die immer den Wunsch von Exzellenz und Erfolg kombiniert – mit einer offenen und freundschaftlichen Beziehung zu allen.“ Er freue sich schon jetzt, sie bei den kommenden Turnieren und speziell bei den kommenden Weltreiterspielen zu sehen. Sie sei besonders mutig, hilfsbereit und eine Pferdefrau, die ihren Pferden als Partnern außerordentliche Aufmerksamkeit widme.

In diesem Jahr hatte Klimke bei den Europameisterschaften im polnischen Strzegom erstmals eine Goldmedaille in der Einzelwertung gewonnen. Insgesamt blickt sie auf fünf Olympische Spiele, drei Welt- und acht Europameisterschaften zurück, be denen sie elf Medaillen holte.

Maria Günther und ihr Lebenswerk

Der Preis in der Kategorie „Lebenswerk“ geht an eine wirkliche Grande Dame des Dressursports: Maria Günther. Die 92-Jährige war nicht nur selbst im Sattel hoch erfolgreich, sie engagierte sich mit ebensolcher Leidenschaft als Trainerin und Richterin, die immer die klassische Ausbildung und das Wohl des Pferdes im Auge hatte.

Mit acht Jahren begann Maria Günther zu reiten. Während des Zweiten Weltkriegs hatte sie eine besondere Aufgabe: die Remonteausbildung der Kriegspferde. Sie kamen roh und mussten innerhalb weniger Wochen einsatzbereit sein. Sie arbeitete zudem als Dolmetscherin, Pferdepflegerin und Bereiterin bei den „Royal Horse Guards“ in Menden. Hier lernte sie ihren späteren Ehemann kennen, den legendären Ausbilder Bubi Günther.

Die beiden waren ein herausragendes Team. Unter anderem sicherten sich beide am selben Tag einen Deutsche Meister-Titel, er im Viereck, sie im Parcours (Springen konnte sie nämlich auch!). 1974 starb Bubi Günther. Seine Frau Maria übernahm dessen letztes Erfolgspferd Macbeth und war mit ihm bis Grand Prix erfolgreich. Danach wechselte sie ins Richteramt und war unter anderem zehn Jahre lang Stammgast am Viereck in Aachen, wo sie zuvor selbst geritten ist.

Die Laudatio hielt Evelyn Haim-Swarovski, aus deren Manufaktur übrigens auch die Awards stammen. Sie sagte: „Heute ist sie eine Dame reiferen Alters. In acht Jahren wird sie zur lebenden Jahrhundertlegende. Sie ist eine Reitsportpersönlichkeit, der es mit Hilfe der Pferde, des Reitsports und des unermüdlichen Einsatzes für diesen Sport gelungen ist, ihren jugendlichen Elan und ihre geistige Frische zu bewahren.“

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