Raum Düsseldorf: Drei Stuten im Stall misshandelt

Pferde-Misshandlung-Mettmann

Schwere Verletzungen haben unbekannte Täter mehreren Stuten in der Nähe von Düsseldorf zugefügt. (© privat)

Im Raum Düsseldorf/Hubbelrath an der Grenze zu Mettmann sind Tierquäler in der Nacht zum 24. Februar in einen Stall eingedrungen und haben drei Stuten schwere Verletzungen im Genitalbereich zugefügt.

Die Besitzer der Pferde sind schockiert, entsetzt, sprachlos. Ihre Stuten stehen in einem Reitstall in Düsseldorf/Hubbelrath an der Grenze zu Mettmann. Es ist ein kleinerer Pensionsstall, privat geführt mit 30 Sportpferden.

In der Nacht auf den 24. Februar 2020 müssen einer oder mehrere Täter in den Stall eingedrungen sein und haben drei Stuten schwer misshandelt. Um 7.15 Uhr wollte die Besitzerin einer der betroffenen Stuten ihr Pferd wie immer aus dem Stall holen. Doch die Stute konnte sich nicht bewegen. „Ich ging in die Box um zu schauen, was los ist“, berichtete sie gegenüber St.GEORG online. „Als ich dann die Stallgamaschen abgemacht habe, sah ich schon das Blut am Sprunggelenk.“ Der gesamte Bereich zwischen den Beinen war mit getrocknetem Blut verkrustet. Mit einiger Mühe schaffte sie es, ihr Pferd zum Waschplatz zu bugsieren, um das Blut abzuwaschen. Zum Vorschein kamen zahlreiche Wunden. An Fremdeinwirkung dachte sie da noch nicht.

„Ich dachte, sie habe sich vielleicht festgelegt. Oder aber bei dem starken Sturm in der Box erschreckt und sich dabei so verletzt.“ Sie machte Fotos von den Wunden und schickte sie ihrem Tierarzt sowie auch der Besitzerin einer der anderen Stuten. Die fragte besorgt, ob mit ihrem Pferd denn alles in Ordnung sei.

Auf den ersten Blick sah es danach aus. Aber bei näherem Hinschauen zeigte sich, dass auch sie diese markanten Verletzungen an der Hinterhand aufwies. Ebenso wie noch ein weiteres Pferd. Tierärzte wurden hinzugezogen und auch die Polizei. Von den Pferdebesitzern heißt es: „Die waren sich einig: Das sind Verletzungen, wie sie durch Gewalt von außen verursacht werden. Wahrscheinlich mit einer lanzenartigen Waffen, z. B. einem Schraubenzieher.“ Zwei der Stuten hätten zwischen 14 und 20 Einstiche aufgewiesen. Die dritte sei etwas glimpflicher davongekommen, so der Bericht.

Die Tierärzte gaben ihnen Beruhigungsmittel gegen den Schock und starke Schmerzmedikamente. Eine Akupunkteurin war da, inzwischen haben die Stuten auch wieder etwas gefressen. Aber es sei offensichtlich, dass sie tief verstört sind, erzählen ihre Besitzer. Zwei Pferde seien sehr in sich gekehrt und mieden den Kontakt, während die dritte Stute sich aggressiv verhalte.

Anzeige erstattet

Die Pferdebesitzer haben Anzeige bei der Polizei erstattet und Bilder der Verletzungen auf Facebook gepostet. Innerhalb kürzester Zeit erhielten sie zahlreiche Nachrichten, denen zufolge dieser Vorfall nicht der einzige im Raum Düsseldorf ist. „Das ist schockierend. Innerhalb der letzten Monate gab es im Umkreis von zehn Kilometern zehn Fälle, die zum Teil noch viel schlimmer sind. Da wurden Stuten die Scheiden aufgeschnitten. In einem Fall konnte nachgewiesen werden, dass die Stute vergewaltigt wurde. Man hat menschliches Sperma gefunden“, so die Pferdebesitzerinnen.

Und weiter sagen sie: „Die polizeilichen Ermittlungen wurden nach drei Monaten jeweils eingestellt.“ Zumindest im Fall bei ihnen auf dem Hof sind sich die Beteiligten einig, dass der oder Täter sich ausgekannt haben müssen. Im Stall selbst war auf den ersten Blick alles unverändert gewesen. Die Boxentüren waren geschlossen, die Halfter hingen davor.

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