Reitmeister Hans Max-Theurer gestorben

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Die Leidenschaft für Pferde und den Dressursport einte sie: Hans Max-Theurer mit seiner Frau Sissy. (© www.toffi-images.de)

Der österreichische Pferdesportverband OEPS berichtet, dass der Dressurausbilder Hans Max-Theurer gestorben ist.

Hans Max-Theurer war der Ehemann der Olympiasiegerin Sissy Max-Theurer und Vater zweier Kinder, darunter der Championatsreiterin Victoria Max-Theurer. „Völlig unerwartet“ sei er kurz vor seinem 77. Geburtstag gestorben, schreibt der Österreichische Pferdesportverband.

Hans Max-Theurer verfiel in seiner Jugend dem Pferdevirus und lernte das reiterliche Einmaleins bei einem Kavallerie-Offizier. Das große Einmaleins brachte er sich jedoch selbst bei. Das Schulpferd Astor, ein halben Lipizzaner, bildete er bis Grand Prix aus. Astor war sozusagen Max-Theurers Meisterstück, dem noch viele folgen sollten. Für seine Verdienste als Ausbilder wurde ihm der Titel „Reitmeister“ verliehen.

Eigentlich war Max-Theurer gelernter Kunstschlosser, aber als er 1969 seine Anstellung als Reitlehrer auf dem Ferienreitbetrieb Ampflwang antrat, wurde aus dem Hobby ein Beruf. Und eine Berufung! Zwei Jahre später begann er eine Ausbildung an der Spanischen Hofreitschule, brach die aber schon nach neun Tagen wieder ab. Wieder Longenstunden zu nehmen, obwohl er schon mehrere Pferde bis Klasse S ausgebildet hatte, war nicht seins.

Er kehrte zurück nach Ampflwang und lernte Elisabeth „Sissy“ Theurer kennen und lieben. Sie wurde seine Meisterschülerin, die unter der Ägide ihres Mannes dreimal mit drei verschiedenen Pferden bei Olympischen Spielen am Start war und  1980 in Moskau (wo zahlreiche Nationen, darunter Deutschland, Olympia fern blieben, um gegen den Einmarsch Russlands in Afghanistan zu protestieren) Einzelgold gewann. Zudem wurde sie auch Einzeleuropameisterin.

In die Fußstapfen ihrer Mutter trat Victoria Max-Theurer, die von ihrem Vater zu vier Junioren-EM Medaillen geführt wurde. Die Junge Reiter-Zeit ließ sie aus. Stattdessen fuhr sie mit gerade mal 17 Jahren zu den Europameisterschaften 2003 in Hickstead. Ein Jahr später war sie jüngste Reiterin aller Zeiten auf dem Viereck der Olympischen Spiele von Athen. Sie saß damals im Sattel von Falcao, von dem sie sich im Frühjahr verabschieden musste.

Hans Max-Theurer hat zusammen mit den Frauen seiner Familie Dutzende Dressurpferde bis zur schweren Klasse ausgebildet. Er hinterlässt eine große Lücke in der Pferdewelt.

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