Reitmeister Karl-Heinz Streng feierte 80. Geburtstag

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Karl-Heinz Streng ist als Ansprechpartner für alle Reiter und Reiterinnen aus dem Turniersport kaum wegzudenken. (© Lafrentz/Toffi)

Ausbilder, Trainer, Richter, Steward, Funktionär, Prüfer, Turnier­veranstalter – eigentlich gibt es keine Aufgabe, die Karl-Heinz Streng nicht kennt. Kurz vor seinem 80. Geburtstag hat er sogar noch einen neuen Posten angenommen. Zum runden Geburtstag am 3. Dezember wünschen wir nachträglich alles Gute!

Mit dem Kürzertreten hat es Karl-Heinz Streng nicht so. Der Reitmeister, der Anfang Dezember seinen 80. Geburtstag feierte und sich auch so schon nicht über Langeweile beklagen kann, hat 2021 zudem noch einen neuen Job angenommen: Seit März betreut er als Honorartrainer Springen am DOKR in Warendorf die Sportler und Sportlerinnen der Bundeswehrschule. Zwei- bis dreimal im Monat ist er vor Ort und unterstützt Peter Teeuwen. „Ich habe in meinem Leben schon alles gemacht, aber das Trainieren macht mir schon am meisten Spaß“, sagte der Reitmeister im Frühjahr 2021 gegenüber dem St.GEORG. „Man ist als Trainer immer so gut wie seine Schüler. Wenn die Verbindung passt, kann man rüberbringen, was man im Kopf hat. Die Schüler in Warendorf sind sehr fleißig. Das funktioniert wirklich gut.“

Urgestein der deutschen Ausbilder

Karl-Heinz, „Kalli“ Streng kann man als Urgestein der deutschen Ausbilder bezeichnen, ein Pferdemann durch und durch. Die Liste seiner Tätigkeiten ist fast endlos. Seit über 60 Jahren engagiert sich der gebürtige Westfale im Reitsport, besonders in der Berufsreiterei. Er selbst ging bei Dressurderbysieger Udo Nesch in die Lehre und zog dann ins nordbadische Mosbach. Er ritt Dressur und Springen bis zur schweren Klasse. 27 Mal war er als Equipe-Chef mit den Springreitern auf Nationenpreisen unterwegs. Außerdem war er Landestrainer Springen, zahlreiche seiner Schüler standen bei Deutschen und Europameisterschaften auf dem Treppchen. Als Pferdewirtschaftsmeister bildete er über 50 Lehrlinge aus. Er war Mitglied in den Prüfungsausschüssen für Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister und im Vorstand der Bundesvereinigung der Berufsreiter (BBR). Eines seiner größten Anliegen war und ist die vielseitige Ausbildung von Berufsreitern. Er saß 30 Jahre lang am Richtertisch, war als Steward oder Mitglied der Ground Jury im Einsatz und von 1992 bis 2007 engagierte er sich in der Landeskommission und verschiedenen Ausschüssen in Baden-Württemberg. „Ich denke, dass meine Geradlinigkeit geschätzt wird. Ich habe meine Tätigkeiten immer strikt getrennt voneinander, habe bspw. nie meine eigenen Schüler gerichtet.“ Hoch dekoriert ist er auch, Deutsches Reiterkreuz in Silber (2007) und Gold (2017) und die Felix-Bürkner-Ehrenmedaille von den Berufsreitern.

Verortet hatte man Kalli Streng eigentlich im Parcours, aber er trainiert auch Dressurreiter, sowie die U25-Europameisterin von 2020 Ann-Kathrin Lindner und Familie Casper vom Birkhof. Zu seinen Schülern zählen außerdem Springreiterin Tina Deuerer, Lara Weber und Sönke Fallenberg, 2021 Sieger der U25-Springpokal-Etappe in Mannheim, und er fährt regelmäßig zu Otto Becker und den Familien Hetzel und Ligges. Seine Motivation ist ungebremst:

Ich habe den schönsten Beruf der Welt!

Karl-Heinz Streng.

Dieser Text erschien im St.GEORG 6/2021.