René Tebbel: Kritik am Bundeschampionat

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Maurice Tebbel und Vater/Trainer Rene mit Championatshengst Don Diarado (© Pauline von Hardenberg)

Der Stall Tebbel war erfolgreich am vergangenen Wochenende beim Bundeschampionat in Warendorf. Aber auf seiner Homepage kritisiert René Tebbel die Gegebenheiten vor Ort.

Maurice Tebbel hatte drei Pferde in Warendorf am Start. Mit dem fünfjährigen Chacco’s Light gewann er Bronze. Der OS-Hengst kam im Stall Tebbel zur Welt, vereint in seinem Pedigree Maurice‘ Chacco’s Son und Light On, der mit René Tebbel international im Sport ging.

René Tebbel schreibt auf der Homepage der Hengststation: „Chacco’s Light sprang absolut außergewöhnlich. Der fünfjährige Sohn von Chacco’s Son x Light On hat uns begeistert über die gesamten Runden des Bundeschampionats. Am Ende gab es für ihn die Bronzemedaille – ein toller Erfolg! Aber zugegeben: Man hätte sich auch noch mehr vorstellen können.“

Ihnen habe bei der Richtergruppe „der internationale Aspekt“ gefehlt. Die Tebbels denken wahlweise an jemanden, der im internationalen Sport zuhause ist, oder aber auch an einen Gastrichter aus dem Ausland. „Ich bin sicher, das würde dem gesamten Beurteilungsschema gut tun“, so René Tebbel in seinem Statement.

Bei aller Zufriedenheit mit den Pferden machten er und sehr viele andere Springreiter sich jedoch Gedanken in Sachen Organisation und Verlauf des Bundeschampionats. Bundesweit hätten sich zum drei- bis viermal so viele Pferde qualifiziert wie dann tatsächlich in Warendorf angetreten waren. Auch seien deutlich weniger Zuschauer am Start gewesen.

Eine mögliche Erklärung liefert René Tebbel gleich mit: „Insgesamt herrschte unter den Springreitern nicht die beste Stimmung. Die Bedingungen sind – verglichen mit anderen Turnieren heutzutage – einfach nicht so, wie man es von einer solchen Veranstaltung erwarten würde: die Böden, der Stallbereich, die Tribünen. Wenn man den Stellenwert des Bundeschampionats sichern möchte, müsste man diesbezüglich einiges ändern.“ 

Maurice Tebbel hatte sich selbst ebenfalls auf der Homepage der Familie zu Wort gemeldet und Bezug auf die Tatsache genommen, dass in Deutschland Fünfjährige immer noch nach Noten beurteilt werden, obwohl international schon vier- und fünfjährig gegen die Uhr geritten wird. Das müsse kein Nachteil sein, so der Bronzemedaillengewinner der Weltreiterspiele 2018:

„Trotzdem finde ich unser System hier gut. Ich denke, es ist wichtig, dass die vier- und fünfjährigen Youngster erst dressurmäßig gut gearbeitet werden, schön rittig sind und auf feine Reiterhilfen reagieren. Und langfristig gesehen, glaube ich nicht, dass das frühere auf Zeit reiten von Vorteil ist …“

Orga-Team ist alarmiert

Dass sich beim Bundeschampionat etwas tun muss, ist den Veranstaltern sehr wohl bewusst. In diesem Jahr war erstmals Markus Scharmann verantwortlicher Turnierleiter. Er erklärte im Pressegespräch, man sei bereits in Gesprächen mit dem Anbieter der Stallzelte, um für die Pferde kleinere Stalleinheiten zu schaffen. Dass die Unterbringung verbesserungsbedürftig ist, hatte er zuvor auch schon im Gespräch mit St.GEORG-Autorin Christine Meyer zu Hartum bestätigt.

Kritik wird aber nicht nur an der Größe der Stallzelte geübt, sondern auch an der Tatsache, dass diese zum Teil auf Sand stehen, was eine erhebliche Staubbelastung bedeutet. Auch sei die Versorgung der Pferdepfleger im Bereich der Stallzelte stark verbesserungsbedürftig.

Scharmann versicherte, man sei froh über jede Anregung, die man bekomme. Einige Details wurden schon dieses Jahr geändert, etwa die Unterbringung der dreijährigen Reitpferde, die nun in festen Boxen stehen. Oder freier Eintritt für alle Züchter der teilnehmenden Pferde.

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