Rotz-Infektion in Niedersachsen/Schleswig-Holstein: Turniere abgebrochen

Zwei Turniere in Schleswig-Holstein wurden aus Sorge vor der Ausbreitung der jüngst nach fast 60 Jahren Ruhe wieder aufgetretenen Infektionskrankheit Rotz abgesagt. Zwar wurden die entsprechenden Bakterien bei einem Pferd in Niedersachsen nachgewiesen, doch dies stand zuvor in einem Betrieb in Schleswig-Holstein.

In betreffendem Betrieb wurden nun Untersuchungen eingeleitet, im Rahmen derer bei einigen Pferden Antikörper nachgewiesen wurden. Allerdings sind die Pferde frei von Symptomen. Um eine Ausbreitung der bakteriellen Infektion zu verhindern, haben Teilnehmer und Organisatoren gemeinsam beschlossen, das Qualifikationsturnier des Clubs der Springreiter in Schleswig-Holstein (CdS) in den Holstenhallen von Neumünster und das Trainingsturnier in Friedrichshulde abzubrechen. In einer Presseerklärung heißt es: „In Anbetracht der vielen Kontakte, die Pferde durch die Teilnahme an Turnieren national und international oder durch Wechsel in einen anderen Stall haben, wollen die Turniermacher vom CdS größte Sorgfalt walten lassen.“

Die anderen Pferde, die in Niedersachsen Kontakt zu dem betroffenen Tier hatten, wurden alle mehrfach negativ getestet. Wie es zu dem erneuten Ausbruch der Krankheit kommen konnte der letzte Fall trat 1956 auf , ist noch unklar.

Die Krankheit zeigt sich in Form knotiger und geschwülstiger Entzündungen in der Haut (Hautrotz), der Nasenschleimhaut (Nasenrotz) und der Lunge (Lungenrotz) und wird durch Körpersekrete übertragen. Sehr häufig kommen beim Pferd chronische oder latente Verlaufsformen vor, so dass sich die Krankheit auch unbemerkt verbreiten kann. Theoretisch können sich auch Menschen, die sehr engen direkten Kontakt zu erkrankten Tieren haben, über kleinste Hautverletzungen mit der Seuche anstecken, doch das war in der Vergangenheit selbst bei großen Ausbrüchen sehr selten der Fall.

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