Sandro Hit-Sohn Sunny-Boy lebt nicht mehr

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Sunny-Boy stand zuletzt bei Margit Ørum in Dänemark, wo er nun mit 25 Jahren verstarb. (© Screenshot Facebook/Margit Ørum)

Vom Gestüt Lewitz gezogen, später nach Dänemark übergesiedelt und mit 21 gekörten Söhnen und 179 eingetragenen Zuchtstuten ein bedeutender Vererber: Sunny-Boy v. Sandro Hit ist im Alter von 25 Jahren gestorben.

Sunny-Boy erblickte bei seinem Züchter Paul Schockemöhle in Lewitz im Jahr 1997 das Licht der Welt. Schockemöhle wählte die Anpaarung aus der Oldenburger Donnerhall-Pik Bube I-Tochter Fantastica und Sandro Hit, der ja seinerseits vor etwas über einem Jahr verstarb. Fantastica, übrigens die Schwester von Don Schufro,  hatte schon sechs Jahre vor der Geburt von Sunny-Boy ein Fohlen zur Welt gebracht. Das hieß Capuccino (v. Classiker), war ein Hengstfohlen und sollte später unter Julia-Katharina von Platen einige Jahre lang im nationalen und internationalen Grand Prix Sport gehen.

Auch Sunny-Boy schickte sich an, im Dressursport Fuß zu fassen. Zunächst mal reiste er als Hengstanwärter nach Oldenburg und wurde dort 1999 gekört. Der dunkelbraune Hengst gewann seinen 30-Tage-Test dann vierjährig mit der 8,99 für die Dressur und 9,11 für seine Veranlagung im Springen. In den Turniersport gebracht wurde Sunny-Boy von der damaligen Schockemöhle-Bereiterin Anja Engelbart, ehe Ulf Möller einige Zeit die Zügel des Oldenburger Hengstes übernahm. Unter Möller qualifizierte sich der Sandro Hit-Sohn dann für die Bundeschampionate in Warendorf und erhielt dort im Finale der sechsjährigen Dressurpferde im Jahr 2003 als Gesamtnote ein glattes „gut“. Damit rangierte Sunny-Boy an neunter Stelle. In den folgenden Jahren bis 2007 bildete Engelbart den Hengst weiter aus bis hin zur Schweren Klasse, wo er einen Sieg und zwei Platzierungen errang.

Verkauf nach Dänemark

Im Jahr 2008 fand Sunny-Boy, so berichtet es das Dressurmagazin Eurodressage, in Jørgen Ravn aus Dänemark seinen neuen Besitzer. Ein Jahr später wurde er zur Zucht für den Dänischen Warmblutpferdezuchtverband zugelassen und zunächst am Gestüt Gørklintgård stationiert, das Ravn gehört. Danach absolvierte er seinen Job als Deckhengst auf der Hengststation Klosterheden von Margit Ørum. Im Sport lief Sunny-Boy derweil noch weiter unter Malene Mira Petersen bis zum Jahr 2011. 2015 folgte die Ernennung von Sunny-Boy zum Elitehengst beim Dänischen Warmblut.

Auf ihrer Facebook-Seite verkündete Margit Ørum nun, dass Sunny-Boy am 24. August gestorben sei. Sie bedankte sich für die vielen Jahre mit dem Hengst, der „der letzte in einer Reihe von vielen wunderbaren Hengsten“ gewesen sei. „Du hattest viele wunderbare Nachkommen. Die meisten haben einen schönen Ausdruck, sehr gutes Temperament und elastische Bewegungen. Wir werden Dich vermissen.“

Nachkommen von Sunny-Boy

In der Tat kann Sunny-Boy auf eine erfolgreiche Nachzucht verweisen. 21 gekörte Söhne und 179 eingetragene Zuchtstuten verzeichnet alleine die Deutsche Reiterliche Vereinigung für den Oldenburger Hengst (Stand September 2021). 31 dieser Zuchtstuten sind mit der Staatsprämie ausgezeichnet. Seine bekanntesten Söhne sind Spielberg (Vater von Suppenkasper, dem Olympia- und WM-Pferd von Steffen Peters, USA) und Sting (Team-Silbermedaillengewinner mit Dana van Lierop, Niederlande, bei der Junioren-EM 2013).

Der im Sport erfolgreichste Nachkomme v. Sunny-Boy ist Shy Boy aus einer Weltmeyer-Mutter. Unter dem Sattel von Fie Christine Skarsoe (LUX) ist der nun 13-jährige Oldenburger Wallach erfolgreich bis Grand Prix-Niveau. Zuletzt belegte das Paar in Grand Prix und Grand Prix Kür der Vier-Sterne-Tour in Mannheim in diesem Jahr jeweils Platz acht. Bis dato beträgt die Lebensgewinnsumme der Nachkommen v. Sunny-Boy rund 230.000 Euro.

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