Sechs Männer wollen FEI-Präsident werden

Wer neuer Präsident der FEI wird, steht noch in den Sternen. Doch eines ist jetzt schon klar: Nach drei Präsidentinnen wird diesmal ein Mann die Führung des Weltreiterverbandes übernehmen. Und er wird anders als seine fünf Vorgänger keinen königlichen Titel tragen.

Nachdem die Meldefrist gestern Nacht um 23.59 Uhr verstrichen war, haben sich sechs Kandidaten für die Nachfolge von Prinzessin Haya als Präsident der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) gemeldet. Haya steht bekanntlich nicht mehr für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. Alle sechs Kandidaten kommen aus Europa. Bei zwei Wahlgängen wird sich aber nur ein Kandidat durchsetzen können, der auch die außereuropäischen Nationen hinter sich hat.

Die größten Aussichten werden dem bisherigen Generalsekretär Ingmar de Vos (51) eingeräumt. Der frühere Präsident des belgischen Verbandes ist seit 2011 der höchste hauptamtliche Funktionär der Zentrale in Lausanne. Ihn will die ganze Welt, es wäre dumm, sich gegen ihn zu stellen, sagte der Präsident der deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Breido Graf zu Rantzau, am Rande der Weltreiterspiele in Caen. Sollte er gewählt werden, wird es keinen neuen Generalsekretär geben, sondern de Vos wird als working president beide Ämter übernehmen. Bei diesem Konstrukt ist es denkbar, dass Haya weiterhin als eine Art Ehrenpräsidentin der FEI eng verbunden bliebt und repräsentative Aufgaben wahrnimmt.

Die anderen fünf Kandidaten sind bei den außereuropäischen Verbänden weniger bekannt. Die Schweizer Federation präsentierte den 64-jährigen Bankier und Versicherungsmakler Pierre Genecand, der von 1989 bis 2003 Jahre das internationale Springturnier in Genf organisiert hat. Heute steht er unter anderem zwei Polo-Organisationen vor.

Der dänische Verband nominierte seinen nationalen Präsidenten Ulf Helgstrand, von Beruf Gefäßchirurg Der 63-jährige war zehn Jahre lang stellvertretender Vorsitzender des Dänischen Warmblutverbandes und ist zur Zeit Vizepräsident der Europäischen Reitersportföderation EEF. Helgstrand ritt früher Dressur, unterhält seit 1991 eine Hengststation mit mehreren gekörten Dressurhengsten.

Der 69-jährige Brite John Mc Ewen (69) war bis zu den Olympischen Spielen in London Mannschaftstierarzt der britischen Dressur- und Springreiter, hat auch Pferde der Maktoum-Familie behandelt. Er ist Vorsitzender der FEI-Gruppe für verbotene Substanzen und seit 2010 Erster Vizepräsident der FEI.

Der spanische Verband stellte den früheren Vielseitigkeitsreiter Javier Revuelta de Paral (57) auf, der nach seiner Sportkarriere im Management verschiedener spanischer Firmen tätig war.

Auch die Franzosen präsentierten eine ehemalige Sportgröße, Pierre Durand, den Springreiter-Olympiasieger von 1988. Er war von 1993 bis 1998 Präsident der französischen FN, als er das Amt, nicht ganz freiwillig, niederlegte, war der Verband pleite.

Gewählt wird am 14. Dezember bei der FEI-Generalsversammlung in Baku, Aserbeidschan. Der Kandidat benötigt im ersten Wahlgang zwei Drittel der Stimmen, auch im zweiten, es sei denn, es stehen nur noch zwei Kandidaten zur Wahl, dann reicht die einfache Mehrheit. Im dritten Wahlgang reicht ebenfalls die einfache Mehrheit.

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