Staatliche Hilfe für Schulpferde: FN sendet konkrete Vorschläge an Politik

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Aus einem Hilferuf wird ein konkreter Handlungsvorschlag: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) hat ihre Ideen zur Rettung der Schulpferde nun in Handlungsvorschläge formuliert und an Bundeswirtschaftsminister Altmaier geschickt.

Laut einer FN-Umfrage aus dem Februar sind inzwischen ein Drittel der deutschen Reitschulen in ihrer Existenz bedroht. Um auf diese Notlage aufmerksam zu machen, läuft bereits seit Anfang März die Social Media-Aktion #KEINSchulpferdweniger, mit der die FN unter anderem Kurzarbeitergeld für Schulpferde fordert. Viele Unternehmen haben bereits ihre Unterstützung zugesichert. So werden Schulpferde-Patenschaften vergeben, ein Zuschuss zum Steuerberater gezahlt oder Online-Seminare zu Finanzhilfen angeboten.

Kosten für Schulpferde berücksichtigen

Im nächsten Schritt hat sich die FN nun direkt an das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) gewendet und diesem ganz konkrete Handlungsvorschläge unterbreitet. Das Problem: Die Mehrheit der Reitschulen erfüllt die Kriterien der staatlichen Förderprogramme und Wirtschaftshilfen bisher nicht. Doch obowhl die Einnahmen vieler Monate fehlen, laufen die Kosten für die Pferde und das Personal weiter. Die Pferde müssen weiterhin versorgt und bewegt werden, weswegen auch für die Mitarbeiter keine Kurzarbeit möglich ist.

„Zudem sind die Fälligkeiten der Kosten sehr oft nicht monatlich und auch nicht vor dem 1. Januar 2021 zu begründen, so dass ein weiterer Nachteil entsteht“, schreibt die FN. Vor diesem Hintergrund bittet die FN das BMWi darum:

1. Die für die tägliche Versorgung und Bewegung der Schulpferde betriebsnotwendigen Personalkosten der antragstellenden Reitschulen als erstattungsfähige Fixkosten in den Ansatz bringen zu können.

2. Die monatlich für die Versorgung der betriebsnotwendigen Pferde fest anfallenden und nicht im Voraus exakt planbaren notwendigen Betriebskosten (z.B. Einstreu, Futterkosten, Hufschmied) linear in den Ansatz bringen zu können. Es wird so der guten Praxis und Realität Rechnung getragen, dass diesbezügliche Einkäufe für mehrere Monate getätigt und anteilig auf die Monate verteilt werden können.

Ein steuerrechtlicher und finanztechnischer Ansatz, den Vereine und Betriebe mit Schulpferden auch jetzt schon nutzen sollten. „Wir empfehlen den Reitschulen und ihren Steuerberatern, diese Argumentation auch bei den aktuellen Anträgen einzusetzen oder bei Ablehnungen den Widerspruch so zu begründen“, sagt Thomas Ungruhe, Leiter der FN-Abteilung Vereine, Umwelt, Breitensport & Betriebe.

Quelle: fn-press