Thüringen: Viertes Fohlen vom Wolf gerissen?

Wolf

(© www.st-georg.de)

Wenige Tage nach der letzten Meldung gibt es erneut ein totes Fohlen in Thüringen auf den Weideflächen von Landwirt Heinz Bley. Noch gibt es keinen genetischen Nachweis, aber Rissgutachter machen einen Wolf verantwortlich.

Allerdings geben die Experten auch zu bedenken, dass das Fohlen schon vorher tot gewesen sein könnte und der Wolf den Kadaver angefressen hat. Auch sei es kein eindeutiger Beweis, dass beim letzten toten Fohlen fast 50 Kilogramm Fleisch aufgefressen wurden. Der mdr zitiert Silvester Tamàs, einen Wolfsexperten des NABU: „Der frisst um die fünf Kilo.“

Für Landwirt Heinz Bley ist dies der vierte Riss seit Anfang des Jahres. Er wird dafür rund 5000 Euro bekommen. Gegenüber dem mdr sagte er, wer unter dem Wolf leide, müsse dafür gut bezahlt werden. Seiner Ansicht nach sollten auch Finanzzuschüsse der EU gewährleistet werden.

Umweltministerium sagt, Wolf verhält sich normal

In Niedersachsen und Schleswig-Holstein waren sogenannte „Problemwölfe“ zum Abschuss freigegeben worden. Dafür sieht das Umweltministerium in Thüringen keine Notwendigkeit. Ministeriumssprecher Tom Wetzling sagte gegenüber dem mdr, dass ein Wolf ein Fohlen reißt, sei „nicht verhaltensauffällig, sondern normal“.

Anders sehe es aus, wenn der Wolf wie in Niedersachsen dem Menschen zu nahe komme oder großen wirtschaftlichen Schaden verursache wie der Wolf in Pinneberg, Schleswig-Holstein. Das würde eine Abschussfreigabe rechtfertigen. Aber davon sei man in Thüringen „weit entfernt“. Das sei alles im Wolfsmanagementplan und im Naturschutzgesetz geregelt.

Es besteht der Verdacht, dass die Fohlen der sogenannten „Ohrdrufer Wölfin“ zum Opfer gefallen sind, dem einzigen Tier, das nach aktuellem Kenntnisstand ein festes Revier auf dem Truppenübungsplatzes Ohrdruf. Weil von der Wölfin seit Tagen nichts zu sehen war, habe sie möglicherweise Junge, heißt es von den Wolfsexperten. Aber das ist nur eine Vermutung. Beweise gibt es keine.

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