Tokio 2020: Angst vor dem Coronavirus

image00005

In 164 Tagen fällt der Startschuss für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio – auch die deutschen Pferdesportler sind mit dabei. Wie die Tageszeitung Japan Times nun berichtet, zeigen sich die Organisatoren zunehmend besorgt, dass der Coronavirus negative Auswirkungen auf die größte Sportveranstaltung der Welt haben könnte.

Mehr als 40.000 Infizierte weltweit, rund 900 Todesfälle und kein Ende in Sicht: Der Coronavirus ist in den aktuellen Nachrichten allgegenwärtig. Die Atemwegserkrankung verursacht vor allem Fieber, einige Patienten haben auch Schwierigkeiten beim Atmen. Weitaus erschreckender als die klinischen Symptome, ist allerdings die Geschwindigkeit, mit der sich der neuartige Virus ausbreitet. Und: Eine Impfung gibt es bisher nicht.

Die englischsprachige Tageszeitung Japan Times mit Sitz in Tokio schreibt nun, dass sich auch die Organisatoren der Olympischen Spiele zunehmend mit dem Coronavirus befassen. „Wir sind extrem besorgt, dass die Spiele durch die Verbreitung des Virus ihr Momentum verlieren könnten“, sagte Toshiro Muto, Chef des japanischen Organisationskomitees. „Ich hoffe, dieses Problem kann so schnell wie möglich gelöst werden.“

Keine Absage oder Verschiebung

Bei einem Treffen mit Seiko Hashimoto, der zuständigen Ministerin für die Olympischen Spiele, sei es am Freitag vor allem darum gegangen, die Ausbreitung des Virus während der Veranstaltung zu verhindern. Eine entsprechende Arbeitsgruppe befasst sich nun vorrangig mit diesem Thema. Es ging vor allem darum, wie die Sportler aus aller Welt getestet werden können, damit der Coronavirus erst gar nicht in Japan ankommt. Gerüchte über eine komplette Absage oder eine Verschiebung der Olympischen Spiele aufgrund des Coronavirus sind aber entkräftigt worden.

Forscher vermuten momentan, dass die Virusepidemie noch für einige Monate anhalten wird. Eine entsprechende Simulation an der Universität Hongkong hat ergeben, dass die Zahl der Infektionen in den fünf chinesischen Großstädten Peking, Shanghai, Guangzhou, Shenzhen und Chongqing vermutlich zwischen Ende April und Anfang Mai ihren Höhepunkt erreichen wird.

Die Olympischen Spiele werden vom 24. Juli bis 9. August in Japan ausgetragen, danach schließen sich die Paralympics vom 25. August bis 6. September an. Während die meisten Wettkämpfe in Tokio stattfinden, sind einige Veranstaltungen auch an andere Orte ausgelagert. Die Bedingungen für Reiter und Pferde standen bereits im Sommer 2019 bei einem Test-Event auf dem Prüfstein, St.GEORG-Herausgeberin Gabriele Pochhammer berichtete.

Erinnerungen an Rio 2016

Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass der Ausbruch eines Virus die Olympischen Spiele überschattet. 2016 wurde der Zika-Virus – ein Infektionskrankheit, die von Mücken übertragen wird und schwere Defekte bei Neugeborenen verursacht – nur ein halbes Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (Brasilien) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum internationalen Notstand erklärt. Während der Wettkämpfe war in Brasilien allerdings Winter und die Insekten damit weniger aktiv.

Wie die Japan Times weiter anführt, gebe es jedoch zwei grundlegende Unterschiede zwischen Tokio und Rio: Zum einen ist der Coronavirus nicht ursprünglich in Japan ausgebrochen, sondern in China. Zum anderen wird die Atemwegserkrankung vor allem durch Tröpfcheninfektion, also von Mensch zu Mensch, übertragen.

Die Organisatoren wollen nun alles daran setzen, die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten. „Es ist gut, dass wir noch fünf Monate Zeit haben“, schätzt ein japanischen Professor für Gesundheitswesen die Lage ein. Insgesamt sei man aber sehr optimistisch, dass die Olympischen Spiele wie geplant stattfinden könnten.

Quelle: Japan Times

St.GEORG NEWSLETTER

Schnell, aktuell und auf einen Blick wissen, was Sache ist!
Das bietet der St.GEORG Newsletter.