Update in Sachen Totilas-Diagnose

Matthias Alexander Rath und Totilas

Der Mannschaftveterinär der deutschen Dressurreiter, Dr. Marc Koene, hat nun ebenfalls eine Erklärung zum Gesundheitszustand von Totilas abgegeben.

Dr. Koene erklärte gegenüber St.GEORG online: „Es handelt sich um ein Knochenödem im Krongelenk hinten links.“ Dieses kann erst diagnostiziert werden, seitdem die entsprechenden Untersuchungsmethoden zur Verfügung stehen, in diesem Fall die Magnetresonanztomografie (MRT). Was bei Menschen schon länger möglich ist, geht bei Pferden erst seit kurzem und nur in einigen wenigen Kliniken, die entsprechend ausgestattet sind. Das Pferd muss nicht in Vollnarkose gelegt werden, sondern die Magnetplatten werden an die Stelle der vermutlichen Verletzungen gehalten. Dass der Schmerz im Bereich des Hufes liegen muss, stellte sich heraus, als nach dem Ausschlussverfahren zunächst die untere Gliedmaße betäubt worden war. „Da ging Totilas sofort lahmfrei, es musste also dort irgendwas sein“, so Koene. Es war keine Schwellung zu sehen, keine Wärme zu fühlen und auch auf die Untersuchung mit der Hufzange reagierte der Hengst nicht. Bei einem Knochenödem bildet sich im Knochen Flüssigkeit, auf dem  MRT als weißer Fleck zu erkennen. Auf Röntgen- und Ultraschallbildern ist in diesen Fällen nichts zu sehen. Es entsteht Druck im Knochen, der wiederum in den meisten, nicht in allen Fällen, Schmerzen verursacht. Knochenödeme kommen bei menschlichen Sportlern häufig vor, so sollen die Schambeinentzündungen bei Fußballspielern etwa bei dem Niederländer Arjen Robben, auf Knochenödeme zurückzuführen sein. Ursache kann ein Stoß sein, aber auch Überlastung .

Die Behandlung ist langwierig und von zweifelhaften Erfolgsaussichten. „Ruhepause über Wochen bis Monate“, sagt Koene. Die Gefahr, dass der Schmerz zurückkehrt, sei gegeben. Mit Medikamenten kann der Druck aus dem Knochen genommen werden. Ob es sinnvoll ist, ein 15-jähriges Pferd nach einer solchen Verletzung erneut anzutrainieren, will er nicht kommentieren. „Das müssen die Besitzer entscheiden“, sagt Dr. Marc Koene.

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