US-Dressurlegende Brentina von Debbie McDonald mit 30 Jahren gestorben

Brentina führt ihre Reiterin Debbie McDonald auf die letzte Ehrenrunde ihrer gemeinsamen Laufbahn.

Verabschiedung von Brentina anlässlich des Weltcup-Finales 2009 in Las Vegas. (© Julia Rau)

Zwei Weltmeisterschaften, zwei Olympische Spiele, das erste US-Paar, das den Dressur-Weltcup gewinnen konnte – Debbie McDonald und Brentina waren über rund ein Jahrzehnt die Stars des US-amerikanischen Dressursports. Nun war es Zeit Abschied zu nehmen.

Debbie McDonald, die heute ja Nationaltrainerin der US-Dressurreiter ist, musste die schwere Entscheidung treffen, ihre langjährige Wegbegleiterin Brentina mit ihren nun 30 Jahren einschläfern zu lassen. Sie habe nicht mehr stehen können, berichtet die US-Website dressage-news.com.

McDonald: „Dieses Pferd war alles für mich. Mit der Unterstützung der Familie Thomas und dem Training von meinem Mentor Klaus Balkenhol wurde sie meine Partnerin. Brentina hat meine Dressurkarriere wirklich gemacht.“

1994 erwarb Peggy Thomas die damals dreijährige Brentano II-Tochter Brentina bei der Hannoveraner Eliteauktion in Verden und brachte sie heim in die USA. Die von Wilhelm Rethorst in Badbergen gezogene Fuchsstute erwies sich als ziemliches Temperamentsbündel, und als die Bereiterin der Thomas-Farm in Idaho die ersten Flugstunden von Brentina bekommen hatte, fragte man bei Debbie McDonald an, ob sie sich der Stute annehmen könne. Die war zwar bis dato eher als Springreiterin unterwegs gewesen, aber vielleicht war das genau das, was Brentina brauchte. Es wurde der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die die beiden zu vielen gemeinsamen Erfolgen führte, an denen vor allem auch Klaus Balkenhol als damaliger Nationaltrainer der USA großen Anteil hatte.

Das erste Championat des Paares waren die Pan-Amerikanischen Spiele 1998, an denen die damals ja erste achtjährige Brentina in der kleinen Tour teilnahm und Einzel- und Mannschaftsgold gewann.

2002 schrieb die US-Equipe mit McDonald und Brentina an der Seite von Günther Seidel und Nikolaus, Lisa Wilcox auf Relevant und Sue Blinks mit Flim Flam Geschichte, als sie Silber bei den Weltreiterspielen in Jerez holten. Das war das bis dato beste Ergebnis, das je ein US-Team auf einem WM-Viereck erreicht hatte.

2003 schrieben Debbie McDonald und Brentina Geschichte, als sie als erstes amerikanisches Paar der Geschichte den Sieg bei einem Weltcup-Finale holten, damals in Göteborg. 2004 gab es in Athen olympisches Edelmetall für das Paar. In einer Mannschaft mit erneut Lisa Wilcox auf Relevant sowie Günther Seidel, diesmal mit Aragorn, wurde es Bronze. 2005 belegten sie Rang drei beim Weltcup-Finale in Las Vegas und mussten dann ein gutes Jahr auf ihren nächsten Championatseinsatz warten. Das waren die Weltreiterspiele 2006 in Aachen, wo es diesmal Mannschaftsbronze wurde.

Der letzte Turniereinsatz der damals 18-jährigen Stute waren die Olympischen Spiele in Hongkong 2008. Mit ihr und McDonald im Team ritten zum einen Steffen Peters und Ravel, die ja 2009 als zweites US-Paar Weltcup-Sieger werden sollten, und zum anderen Courtney King-Dye auf Mythilus. Doch bei Mythilus wurde beim Dopingtest eine verbotene Substanz gefunden. Das Paar wurde disqualifiziert, die Mannschaft platzte.

Im Jahr darauf wurde Brentina anlässlich des Weltcup-Finales in Las Vegas aus dem Sport verabschiedet. Ort des Geschehens war das Thomas and Mack-Center, das übrigens nach ihren Besitzern benannt ist. Brentina verbrachte ihren Lebensabend unter der Sonne Kaliforniens.

Wie Debbie McDonald sagt: „Sie wurde behandelt wie die Königin, die sie ja auch ist. Sie hatte ein wunderbares Leben.“ Aber nun wurde es Zeit für sie. „Unser Ziel war es, dass sie unter gar keinen Umständen jemals leiden muss. So hart das für all diejenigen ist, die sie geliebt haben, wir wussten, unsere einzige Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass es ihr immer gut geht und dass sie glücklich ist. Das war das wenigste, was wir für ein Pferd tun konnten, das so viel für uns getan hat.“