US-Springreiter Andrew Kocher mit elektrischen Sporen im Einsatz?

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Der Weltreiterverband FEI verdächtigt den US-Springreiter Andrew Kocher, Weltcup-Finalist 2018, mit elektrischen Sporen geritten zu sein.

Aufgebracht hat das französische Magazin Grand Prix Replay das Thema. Die Kollegen erhielten einen Hinweis von einem Informanten, der berichtete, es gebe Geräte, die es dem Reiter ermöglichen, dem Pferd mit den Sporen Elektroschocks zu verpassen.

Gesteuert werde das Ganze über einen Druckknopf in der Hand, an den Drähte angeschlossen sind. Diese würden unter der Kleidung entlanggeführt und seien mit den Sporen verbunden. Drücke der Reiter den Knopf, bekomme das Pferd einen Elektroschock mit dem Sporen und werde so gezwungen, vorwärts zu gehen.

Andrew Kocher steht im Verdacht, ein solches Gerät zu benutzen. Grand Prix Replay hat Fotos des US-Reiters ausgewertet. Aufnahmen mit fünf verschiedenen Pferden zeigen verdächtige Elemente in den Händen des Reiters sowie anscheinend Drähte, die aus der Hand in den Ärmel laufen und unter der Hose entlang. Alle Bilder stammen aus 2018.

Das sagt Andrew Kocher

Grand Prix Replay hat Andrew Kocher kontaktiert, zunächst telefonisch. Als ihm die Fotos vorgelegt wurden, unterbrach er das Gespräch, äußerte sich aber schriftlich und erklärte, er liebe seine Pferde und kümmere sich um sie und weigere sich, mit jemandem zu sprechen, der etwas anderes behaupte.

Er sagte, er sei Opfer einer Intrige von einer Person, die ihm aufgrund von Rechtsstreitigkeiten Schaden zufügen wolle. Diese Person sei auch bereit, Fotos zu manipulieren.

Grand Prix Replay betont indes, die Bilder stammen allesamt von „mehreren absolut vertrauenswürdigen Agenturen. Man habe Kocher mehrfach eingeladen, zu erklären, was auf den Bildern zu sehen ist, aber dazu kam nichts.

Stellungnahmen von IJRC und FEI

Für den International Jumping Riders Club (IJRC) bezog der französische Springreiter Kevin Staut Stellung: „99 Prozent der Reiter werden jegliche Gewalt gegen das Pferd verurteilen. Es ist wichtig zu betonen, dass Fälle, die gegen den Tierschutz verstoßen, Ausnahmen bleiben und das Image unseres Sports schädigen. Sie sind unverzeihlich und wir müssen dafür kämpfen, dass solche Exzesse nicht wieder vorkommen.“

Sowohl der Weltreiterverband als auch die US-Equestrian Federation erklärten, man wisse von der Sache. Die USEF äußerte: „Wir sind uns der Vorwürfe bewusst, dass Andy Kocher Zwangsmittel verwendet. (…) Wir stehen in Kontakt mit der FEI und unterstützen eine Untersuchung dieser sehr schwerwiegenden Anschuldigung.“

Von Seiten der FEI heißt es: „Die FEI wurde über die Anschuldigung informiert und untersucht sie.“

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