Verstöße gegen das Tierschutzgesetz bei Holsteiner Pferdezüchter Manfred von Allwörden?

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(© Screenshot BILD 19.11.2022)

Die BILD-Zeitung berichtet heute im Regionalteil über massive Vorwürfe gegen den Holsteiner Züchter Manfred von Allwörden. Bereits im September 2021 soll die Staatsanwaltschaft Lübeck wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz Ermittlungen gegen ihn aufgenommen haben. Es geht unter anderem um unzureichende Versorgung seiner Pferde.

Im Fokus der Ermittlungen stehen laut BILD neben Manfred von Allwörden auch zwei Angestellte. Christian Braunwarth, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Lübeck, wird mit den Worten zitiert: „Dabei geht es um Missstände im Zusammenhang mit der Pferdezucht des Beschuldigten. Es gab Anhaltspunkte, dass die Entwurmung der Tiere vernachlässigt wurde.“ Das soll der Grund gewesen sein, weshalb einige der Tiere zum Teil dramatisch abgemagert waren. Entsprechende Fotos, die von den Von Allwörden-Pferden stammen sollen, kursieren in den sozialen Netzwerken.

Tobias Frohnert, Sprecher des Veterinäramtes für den Kreis Herzogtum-Lauenburg in Mölln, erklärte gegenüber BILD, dass zwei Pferde dieses Jahr gestorben sind, weil sie zu geschwächt waren. Andere würden „therapiert“. Allerdings habe das Veterinäramt im Oktober 2022 festgestellt, dass die „verabredeten Maßnahmen nicht mehr vollständig umgesetzt werden“. Daraufhin sei die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft „entsprechend erweitert“ worden.

Auch Manfred von Allwörden selbst wurde um Stellungnahme gebeten. Er sagte: „Alle meine Pferde wurden entwurmt und sind nicht vernachlässigt. Auf einer Weide in Groß Zecher waren drei von 20 Pferden, die die Wurmkur nicht vertragen haben und die zusätzliches Futter erhalten haben.“

Man habe die Tiere dennoch „töten müssen, um sie von ihrem Leid zu erlösen“.

Die erschreckenden Fotos, mit denen der Beitrag bebildert ist, sind auch in den sozialen Netzwerken zu finden. Inzwischen gibt es eine Online-Petition, die fordert, Manfred von Allwörden die Pferdehaltung zu verbieten.

Holsteiner Züchter

Manfred von Allwörden ist ein großer Name in der Pferdeszene. Mehrfach stellte er gekörte, prämierte und auch Siegerhengste beim Holsteiner Verband. Pferde mit dem Suffix „VA“ springen im internationalen Sport. Von Allwördens ehemalige Lebens- und heutige Geschäftspartnerin Mathilda Karlsson nahm im Sattel von Chopin VA für ihr Geburtsland Sri Lanka an den Olympischen Spielen in Tokio teil.

2019 war ein überragendes Jahr für Von Allwörden. Er lieferte mit dem Cornet Obolensky-Sohn Cahil den Siegerhengst und mit Chinchero die Preisspitze. Die Sportrechte an Cahil gehören nach wie vor Manfred von Allwörden. Die Zuchtrechte konnte Norbert Boley für den Holsteiner Verband sichern.

Das Züchterforum, das den Fall ebenfalls aufgegriffen hat, hat bereits mit Holsteins ehemaligem Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen gesprochen, der seit gut einem Jahr den damals neu geschaffenen Posten des Tierwohlbeauftragten bekleidet. Dr. Nissen habe sich betroffen gezeigt, so das Züchterforum. Er berichtete, der Holsteiner Verband sei „bereits tätig indem er Herrn von Allwörden aktuell beraten würde und die Pferde seines Bestandes kontrolliere.“ Damit habe man Norbert Boley beauftragt.

Allerdings fehle es dem Holsteiner Verband an Möglichkeiten für „direkte und wirksame Sanktionen“. Aus „tierzuchtrechtlicher Sicht fehlten die Instrumente“, so Nissen.

  1. Tabea

    Spannend wie auf dem Bild genau 1 Pferd in extrem schlechten Zustand zu sehen ist, während es allen anderen Tieren in dem Bild scheinbar deutlich besser zu gehen scheint. Mal abgesehen davon, dass der erlöste Tod wegen Unverträglichkeiten, besonders die Form, die hier vorlag, häufiger ist als man denkt.

    • Ellen

      Ach so, weil – auf diesem Foto – „nur“ ein Pferd zu sehen ist, das sich in einem so erbärmlichen Zustand befindet, dass mir die Tränen gekommen sind… ist alles okay? Wie bereits festgestellt wurde, war es kein Einzelfall und selbst dieser wäre ein Fall zu viel. Das Bild spricht für sich. Ich würde mich in Grund und Boden schämen, stünde auf meiner Koppel ein Pferd, das nur halb so schlecht aussehen würde. Ich habe auch miterlebt, wie ein Pferd nach einer Entwurmung gestorben ist.. aber nicht wegen der Wurmkur, sondern weil das Pferd so voller Würmer war, dass es letztlich nach massenhaftem Wurmabgang an einer Kolik einging. Wäre dieses Pferd regelmäßig entwurmt worden, würde es heute noch leben und ihm wäre Schlimmes erspart geblieben. In über 40 Jahren Pferdeerfahrung habe ich noch NIE einen Todesfall w/Wurmkurunverträglichkeit erlebt. Tabea, worauf basiert Ihre o.g. Aussage?

    • Monika

      Geld verdirbt den Charakter
      Die armen Pferde! Und was heißt hier eines !? Weitere Bilder finden sich hier

      https://www.facebook.com/groups/1604212382978658/posts/5733973950002460/?__cft__%5B0%5D=AZUj4GHwVOqCM-AOWQ7UR1JEN9_XhM2dm1_sj_UjP8cgMbEbixRz30q_QV9G8CxyvuDqEnMtgT6UvpQ4vc8nPGt_zaMdraBsFk4IVz7dftTjiwPphYoVVNr7KnXYOfjuKd-GtGXCsv1dallRy2yt2AXqUT8Y4g5oYOpL1fzdr4wYMaASDvRSsSzLOOMyLas4gbbToTWyRWRLVal2_LWW8sIa&__tn__=R%5D-R
      (Link zum Antippen, Siehe Facebook Seite der St. Georg)

      Was für Schande für den Verband, die Züchterszene, die Veterinärämter, die offensichtlich viel zu lange zugeschaut haben. Ein Ausschluss von anstehenden Veranstaltungen, dem Verband und ein allgemeines Tierhalteverbot ist doch wohl das mindeste.
      Dass gewerbliche Tierzüchter nur noch in den seltensten Fällen nach dem Kriterium der Tierliebe handeln, daran habe ich mich schon gewöhnt, aber dass ein Unternehmer auch noch so unwirtschaftlich agiert, das schlägt dem Fass den Boden aus. Wie dumm muss jemand sein, der Stuten hält, diese von teuren Hengsten besamen lässt, infolgedessen (und aufgrund seines Renomees) Fohlen in der Preisklasse meist über 10000 € erwartet und diese dann wegen fehlender oder falscher Entwurmung im Wert von ca. 100 € krepieren lässt?
      Falls dieser Unmensch, der anscheinend nicht weiß, wohin mit seinem Geld, eine Geldstrafe erhalten sollte: bei vielen Tierheimen, den Tafeln oder so mancher baufälligen Schule wären die Euronen dann gut aufgehoben.

  2. Ralf Dutine

    Immer das „Wurmkur!“ Geschrei. Brav erzogen.

    Weil ein Züchter von Siegerhensten und entsprechendem Umgang mit Szene und Käufer an einer Wurmkur spart. Mal abgesehen von der Frage, ob er diese selbst verabreicht.
    Abgesehen davon sind Wurmkuren einfach: Gift.
    So stehe ich der Standartbehandlung mit regelmäßiger Be-/Vergiftung ablehnend gegenüber und teile die Ansicht z. B. des Veterinär Direktors der Zooligischen Gesellschaft a. D. Dr. Vet. Eberhard Saupe, Würzburg, Parasitologe, dass Kotuntersuchungen die Methode der Wahl sind. (Macht er im Ruhestand aus Hobby und Freundschaft zum Tiere noch immer).

    Pferde bedeuten Freiheit. Das stört die. Freiheit muß weg. Ende Rennbahnen, 5-Kampf, jetzt das hier.
    Als mein geliebter Hengst 23jährig tot auf dem Gelände lag, versuchte das Vet. Amt OF auch „iieergendwie“ anzuschwärzen. „Hatte Abschürfungen (totgequält?)“ Klar hat ein totes Pferd Abschürfungen- nach 50m Seilwinde, oder?

    Herr von Allwörden, ich bin auf ihrer Seite, denn es gilt die Regel der Unschuldsvermutung

  3. Petri Johnsi

    Sehr geehrter Herr Dutine, Wurmkur hin, Wurmkur her. Jeder darf seine Meinung dazu haben. Dass ein Pferd so aussieht wie auf diesen Bild, geht nicht von heute auf morgen. Zuzuschauen, bis es diesen Zustand erreicht ist unverzeilich. Wir als Menschen mit Herzen, müssen frühzeitig handeln und ggf. das Tier von seinem Leid erlösen. Ich bin auf keiner Seite, ich war nicht dabei. Dennoch ist der Zustand des Pferdes beschämend. Auch sin ich mir sicher, dass ein Vetamt den Allgemeinzustand eines toten Pferdes beurteilt und nicht nur Schürfwunden. Allerdings war das Vetamt noch nie vor Ort, um ein totes Pferd zu besichtigen?

  4. We

    Rechte und Pflichten des Veterinäramtes wären toll! Auch bei großen und reichen Tierbesitzern! Ist lächerlich, wenn Probleme nur einfach in einen anderes Landkreis gezaubert werden! Und Tierquäler sind raus!


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